Halbjahresbericht

Zuckerbilanz verengt sich

Rein statistisch sind die Zuckermärkte noch üppig versorgt. Mit rund 173 Mio. t schätzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) im aktuellen Halbjahresbericht die globale Zuckererzeugung 2014/15 zwar um etwa 2,5 Mio. t geringer als im Vorjahr. Sie dürfte den Bedarf aber um etwa 1,5 Mio. t übersteigen. Da in den vier Vorjahren deutlich mehr Zucker erzeugt worden ist als weltweit verbraucht wurde, sind die Vorräte bis zum Ende der Saison 2013/14 auf fast 44 Mio. t oder rund 26 Prozent des Verbrauchs angewachsen.

Für die Erzeugung 2014/15 haben sich die Aussichten in den zurückliegenden Wochen eingetrübt. Deutlich wird das Ausmaß im Vergleich zur Mai-Schätzung des USDA. Vor sechs Monaten sind die Amerikaner noch von einer im 2,6 Mio. t höheren globalen Zuckererzeugung ausgegangen. Vor allem in den großen Erzeugungsländern Brasilien, Thailand und China kommt in der laufenden Saison voraussichtlich weniger Zucker auf den Markt als bisher erwartet. In Brasilien treffen zwei Effekte zusammen. Zum einen hat die Trockenheit die Zuckerrohrernte verringert. Zum anderen rechnet das USDA damit, dass ein größerer Anteil Zuckerrohr als im Vorjahr zu Bioethanol verarbeitet wird.

Die Zuckererzeugung der EU aus der Ernte 2014 schätzt das USDA mit 16,3 Mio. t etwa 200.000 t höher als im Vorjahr. Diese Menge reicht jedoch nicht, um den voraussichtlichen Bedarf von 18,5 Mio. t zu decken. Das USDA geht davon aus, dass die EU-Importe 2014/15 auf 3,5 Mio. t ansteigen werden. Die Exporte sind durch die Zuckermarktordnung auf 1,5 Mio. t beschränkt. (db)
stats