Ernteerwartungen

Zuckerrüben liegen im Schnitt


Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) erwartet für die bevorstehende Kampagne einen durchschnittlichen Zuckerertrag von etwa 12 t/ha. Im Vorjahr seien noch Rekordmengen von 14,2 t/ha produziert worden. Aufgrund der schlechten Absatzmöglichkeiten sei die Anbaufläche im Verbandsgebiet um mehr als 20.000 Hektar zurückgenommen worden. Entsprechend geringer werde in dieser Kampagne die Zuckerproduktion ausfallen. Genauere Schätzungen seien aber erst nach dem Kampagnenbeginn möglich. Während bei der Suiker Unie in Anklam die Rübenkampagne bereits Mitte September beginnt, werden die Nordzucker-Werke in Uelzen, Nordstemmen, Clauen, Schladen und Klein Wanzleben erst zur letzten September-Woche die Verarbeitung aufnehmen, so der DNZ.

DNZ als Verkäuferverband anerkannt
Der DNZ ist nun offiziell als „Verkäuferverband“ im Sinne der EU-Verordnung 1308/2013 anerkannt. Mit der amtlichen Anerkennung habe der DNZ jetzt Rechtssicherheit für die Verhandlungen zum Rübenanbau ab 2017, teilt der DNZ mit. Mit Wegfall der hoheitlichen Zuckerquoten und des EU-weit einheitlichen Rübenmindestpreises ab dem Anbaujahr 2017 sollen sämtliche Vertragsbedingungen für den Anbau und die Lieferung von Zuckerrüben in Branchenvereinbarungen festgelegt werden. Mit dem kollektiven Verhandlungsmandat der Rübenanbauerverbände soll eine angemessene Wettbewerbsstellung der Erzeuger gewahrt bleiben.

Düstere Marktaussichten

Auf den Märkten ist die Lage nach wie vor extrem angespannt. Der zuletzt von der EU-Kommission veröffentlichte Preis für Weißzucker liegt bei 414 €/t. Während der zurückliegenden 24 Monate war dieser um etwa 300 €/t gefallen. Eine Trendumkehr sei bislang nicht in Sicht.

Beihilfen verzerren Wettbewerb

Kritisch bewertet der Verband die „zunehmend wettbewerbsfeindliche Politik“ einiger EU-Länder. Mehrere Mitgliedstaaten würden weiterhin den Rübenanbau durch gekoppelte Beihilfen fördern. „Dies ist eine Wettbewerbsverzerrung von ungeheuerlichem Ausmaß, die den Rübenanbau in Deutschland nachhaltig gefährdet“, so der Verbandsvorsitzende Helmut Bleckwenn. „Hinzu kommen erhebliche staatliche Stützungen in den großen Exportnationen, die uns künftig den Zugang zum Weltmarkt behindern“, kritisiert Bleckwenn. (SB)
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