Märkte am Mittag

Zweifel an Notierungen in Bayern


Angesichts der niedrigeren Gebote lohnt es sich offensichtlich weder für die Erzeuger, noch für den Handel mit den Restmengen der alten Ernte auf den Markt zu kommen. Nach Auskunft des Bayerischen Müllerbundes in München, sind die meisten Verarbeiter im Süden ohnehin gedeckt. Sie kaufen deshalb lediglich überschaubare Mengen, „wenn der Preis passt“.

Die jüngsten Notierungen an der Bayerischen Warenbörse München/Landshut, erscheinen dem Müllerbund „wie immer sehr niedrig“. Auch in Kreisen der Landwirtschaft und des Handels werden die aktuellen Kurse angezweifelt. Hier handele es sich um Wunschpreise heißt es. „Wir hören von unseren Mühlen, dass A-Weizen zu den notierten Preisen von 246,00 bis 253,00 €/t franko südbayerischer Empfangsstation am Markt kaum zu bekommen ist“, versichert der Müllerbund.

Etliche Händler gehen noch von einer knappen Versorgung aus und hoffen zum Anschlussbedarf mit steigenden Weizenpreisen. Sie verweisen darauf, dass die Schwarzmeerregion so gut wie ausverkauft ist. Andererseits ist importierter Weizen aus Brasilien und den USA deutlich preiswerter als EU-Ware. Durch die Lieferungen von US-Weizen nach Italien, Spanien und Portugal, wird die gesamte europäische Weizenbilanz etwas entspannt.

Im Hinblick auf die kommende Ernte ist der süddeutsche Weizenmarkt etwas stärker unter Druck als vor einem Jahr. Dennoch ist die Preisentwicklung nur sehr schwer einzuschätzen. (HH)
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