Abares Crop Report

Australien wartet auf Regen


In die vielfach zu trockenen Böden in Australien haben die Farmer mehr Gerste und weniger Canola gedrillt.
Foto: Pixabay/jonathansautter
In die vielfach zu trockenen Böden in Australien haben die Farmer mehr Gerste und weniger Canola gedrillt.

Die Farmer in Australien haben die Aussaat an die schwierigen Witterungs- und Marktverhältnisse angepasst. Während Gerste profitiert, sinkt die Fläche für Raps und Weizen.

In Australien droht nach dem Rekordjahr 2016/17 die zweite stark unterdurchschnittliche Ernte in Folge. Die Anbaufläche für Winterkulturen sinkt gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent auf 21,1 Mio. ha. Günstige Preise für Getreide im Vergleich zu Ölsaaten und Hülsenfrüchte und geringere Niederschläge werden voraussichtlich zu einem deutlichen Anstieg der Anbaufläche für Gerste und zu einem Rückgang der Anbaufläche für Weizen, Raps und Kichererbsen führen, teilte die australische Agrarbehörde Arabes mit. Der Anbau von Gerste wird demnach um 10 Prozent auf 4,3 Mio. ha steigen. Wichtigste Kultur bleibt Weizen. Die Fläche sinkt gegenüber dem Vorjahr aber um 2 Prozent auf 12,0 Mio. ha. Bei Raps wird ein Rückgang von 10 Prozent auf 2,5 Mio. ha erwartet. Für Kichererbsen halbiert sich die Fläche auf 528.000 ha, die von Hafer verkleinert sich um 7 Prozent auf 693.000 ha.

Im Osten bleibt es zu trocken

Die Gesamternte der Winterkulturen könnte 2018/19 mit 37,7 Mio. t leicht unter dem schon sehr schwachen Vorjahresergebnis (37,8 Mio. t) liegen. Es wäre das schlechteste Ergebnis seit 2009/10. Die Arabes-Experten schränken zudem ein, dass diese Menge nur erreicht werden kann, wenn der Winterregen rechtzeitig fällt. Die aktuelle Drei-Monats-Prognose geht für Westaustralien von durchschnittlichen Regenfällen aus, während für die meisten anderen Regionen unterdurchschnittliche Niederschläge befürchtet werden. Der Beginn der Saison war schwierig, weil es in vielen Regionen in den vergangenen Monaten deutlich weniger regnete als üblich.

In tiefen Bodenschichten fehlt Wasser

Rechtzeitige Regenfälle im Mai in Western Australia, South Australia, Victoria und im südlichen New South Wales erleichterten dort die Aussaat. Die Bedingungen in den meisten Anbauregionen in Queensland und im nördlichen New South Wales waren jedoch trockener als im Durchschnitt, was die Aussaatmöglichkeiten erheblich einschränkte. Da die tieferen Bodenschichten überdurchschnittlich trocken sind, hängt viel von der Regenmenge in den kommenden Monaten ab.

Schlechteste Weizenernte seit sieben Jahren

Die Weizenproduktion soll gegenüber dem schwachen Vorjahr um 3 Prozent auf 21,9 Mio. t steigen, das wäre die zweitkleinste Menge seit 2012. Bei Gerste erscheint ein Anstieg von 3 Prozent auf 9,2 Mio. t möglich. Die Produktion werde voraussichtlich weniger stark wachsen als die Fläche, da die Erträge in Westaustralien nach einem überdurchschnittlichen Ergebnis im Vorjahr zurückgehen dürften. Die aktuelle Prognose für Canola liegt bei 3,1 Mio. t, das sind 16 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Kichererbsenernte werde voraussichtlich um 40 Prozent auf 616.000 t zurückgehen. Bei Hafer rechnet Abares mit einer nahezu unveränderten Ernte von 1,1 Mio. t.

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