Anbauschätzung

Frankreich: Winterraps statt Wintergerste

Foto: Archiv, Foto: Olaf Schneider / Pixelio

Die französischen Landwirte haben im Herbst deutlich mehr Raps gesät. Außerdem steht jetzt fest, dass mehr Mais, aber weniger Weizen gedroschen wurde als bisher erwartet.

 

Winterweichweizen wächst in Frankreich zur Ernte 2018 voraussichtlich auf rund 5,0 Mio. ha. Nach der am Dienstag veröffentlichten Schätzung der Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) wäre die Fläche genauso hoch wie im Vorjahr, aber 1,5 Prozent geringer als im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Der Anbau von Winterdurum hat im Vergleich zum Vorjahr etwas verloren. Die Fläche von rund 360.000 ha ist aber immer noch um 7,1 Prozent größer als im mehrjährigen Mittel. Die Anbaufläche von Wintergerste ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent auf unter 1,4 Mio. ha verringert worden, übertrifft den Mittelwert der Jahre 2013 bis 2017 aber um 2,7 Prozent.

Frankreich ist führendes EU-Rapsanbauland

Größter Gewinner ist der Rapsanbau, der im schwierigen Vegetationsjahr 2017 deutlich an Fläche verloren hatte. Zur Ernte 2018 stehen nach der jetzigen Schätzung von Agreste fast 1,5 Mio. ha Raps in Frankreich. Die Fläche ist 6,7 Prozent größer als zur Ernte 2017 und 1,3 Prozent größer als im Fünfjahresmittel. Damit ist Frankreich zur Ernte 2018 führendes Rapsanbauland in der EU. Denn in vielen anderen Ländern – allen voran in Deutschland – waren im Herbst 2017 zur Rapsaussaat die Bedingungen wesentlich ungünstiger.

Maisschätzung nach oben gesetzt

Korrigiert hat Agreste die endgültigen Ernteergebnisse 2017. Leicht nach oben gesetzt auf 68,6 Mio. t hat die Statistikabteilung die Schätzung zur gesamten französische Getreideernte. Das Ergebnis wäre 27 Prozent höher als im äußerst schwachen Vorjahr und 2,4 Prozent größer als im Fünfjahresmittel. Ausschlaggebend war Mais. Im Vergleich zur Dezemberschätzung erwartet Agreste jetzt eine um 0,6 Mio. t höhere französische Maisernte 2017. Das Ergebnis ist auf 14,5 Mio. t (einschließlich Saatmais) hochgestuft. Die Ernte wäre damit 22 Prozent größer als 2016, aber 2,3 Prozent kleiner als im Fünfjahresmittel. Die Weichweizenernte hat Agreste im Vergleich zur Dezemberschätzung geringfügig nach unten gesetzt. Sie übersteigt mit 36,6 Mio. t aber das katastrophale Vorjahresergebnis um 33 Prozent, im Vergleich zum mehrjährigen Durchschnitt steht ein Plus von 2,6 Prozent.

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