Argentinien

Sojabohnen verdrängen Mais


Die Fachleute der argentinischen Börse Bolsa de Comercio in Rosarioi rechnen mit einer Ausweitung des Sojaanbaus.
Foto: Bolsa de Comercio de Rosario
Die Fachleute der argentinischen Börse Bolsa de Comercio in Rosarioi rechnen mit einer Ausweitung des Sojaanbaus.

Die Farmer in Argentinien reagieren auf die neuen Exportsteuern für Getreide. Zur Abschätzung der Weizenerträge werden die kommenden Tage entscheidend sein.

Nach der Einführung einer Exportsteuer auf Getreide werden die Landwirte in Argentinien wahrscheinlich den Maisanbau einschränken und dafür mehr Sojabohnen pflanzen. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten der Börse Bolsa de Comercio de Rosarioin (BCR) in ihrer monatlichen Analyse. Sie gehen sie nun von einer Maisfläche von 6,6 Mio. ha aus, das sind 200.000 t weniger als im August geschätzt wurde. Gegenüber dem Vorjahr würde der Maisanbau nur noch um 2,6 statt um 6,0 Prozent wachsen. Bei einer als Körnermais geernteten Fläche von 5,6 Mio. ha rechnet die BCR nun mit einer Maisernte von 43 Mio. t. Vom Umstieg auf Sojabohnen werden vor allem die Regionen im Norden Argentiniens betroffen sein, wo ein Teil der Maisfächen erst zum Jahresende zeitgleich mit den Soja-Feldern bestellt wird.

Ernteschätzungen der Börse Rosario (BCR), des US-Agrarministeriums (USDA) und des International Grain Councils (IGC) für die kommenden Kampagnen in Mio. t:

BCR USDA IGC
Sojabohnen 50 57 54
Mais 43 41 49,5
Weizen 21 19,5 19,6


Bei den Sojabohnen erwartete die BCR bisher einen Rückgang der Anbaufläche. Unter den neuen politischen Bedingungen wird nun gegenüber dem Vorjahr mit einer Ausweitung um 1,3 Prozent auf 17,9 Mio. ha gerechnet. Nach dem schwachen Vorjahr, das von einer monatelangen Dürre geprägt war, soll die Erntemenge um knapp ein Drittel auf 50 Mio. t steigen.

Landwirtschaft soll Staatshaushalt sanieren
Seit dem 10. September werden Weizen- und Maisexporte Argentiniens mit einer Abgabe belastet. In einem Sparpaket zum Abbau des Haushaltsdefizits wurde festgelegt, dass für Exporte im Wert von 1 US-$ eine Steuer von 4 Argentinischen Peso fällig wird. Derzeit müssen für einen US-Dollar rund 40 Pesos bezahlt werden, sodass die Abgabe die Exporte um rund 10 Prozent verteuert.

Weizen benötigt dringend Regen

Den Weizen in Argentinien sehen die Experten der BCR weiter auf Rekordkurs. Ob die erhofften 21 Mio. t erreicht werden, entscheide sich in den kommenden Tagen. Der Norden des Landes leidet bereits länger unter Niederschlagsmangel, dort wird allerdings nur ein kleiner Teil des Weizens produziert. Sorgen bereitet, dass sich die Trockenheit nach Zentralargentinien ausbreitet. Am Mittwoch und Donnerstag hatten Regenfälle in der zentralen Provinz Cordoba etwas Entspannung gebracht. Weitere Niederschläge sind für das Wochenende und die Mitte der kommenden Woche vorhergesagt. In den Hauptanbaugebieten rund um die Hauptstadt Buenos Aires entwickelt sich der Weizen bisher sehr gut.

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