Ausblick 2030

Gute Marktchancen für EU-Weizen


Wird künftig punkten: der Weizenanbau.
Foto: Lutz Stallknecht/Pixelio
Wird künftig punkten: der Weizenanbau.

Auf ihrer Konferenz „EU-Agricultural Outlook“ zeichnet die EU-Kommission ein positives Bild für die künftige Weizenvermarktung. Auch für Mais sieht es gut aus.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass Landwirte in der Europäischen Union die Weichweizenfläche in der Zeit von 2017 bis 2030 leicht ausdehnen werden von 23,6 Mio. ha heute auf dann 24,8 Mio. ha. Auch die Produktion soll steigen von heute 141,5 Mio. ha auf dann 160,7 Mio. ha. Das wird vor allem zulasten von Rapssaat gehen. Denn der Markt für Raps sei von „Unsicherheiten“ geprägt, so die Marktexperten der Kommission. Folglich schrumpft die Rapsfläche von zuletzt zwischen 6,5 und 6,8 Mio. ha auf dann 6 Mio. ha.  

Mehr Öko-Getreide

Darüber hinaus wird moderates Ertragswachstum einen Beitrag zu höheren Getreideernten leisten – auch wenn in der EU da schon viel Potenzial ausgeschöpft ist, wie es weiter in dem Ausblick heißt. Die Kommission rechnet jedoch damit, dass sich die Vorteile des Precision Farming in dem Zeitraum zunehmend ausspielen werden, und zwar dahingehend, dass Flächen effizienter bewirtschaftet werden. Gebremst werde das Ertragswachstum allerdings dadurch, dass die ökologische Landwirtschaft, die generell geringere Erträge aufweist als die konventionelle, buchstäblich an Boden gewinnen wird.

Auf der Nachfrageseite ergeben sich bei Weizen, Mais und Gerste in den kommenden zehn Jahren moderate Zuwächse, welche die Kommission innerhalb der EU insgesamt mit 10 Prozent beziffert. Treiber sind neben der Mischfutterwirtschaft die industrielle Verwertung, wohingegen der Nahrungsmittelbereich sich statisch verhält. Insgesamt soll der Verbrauch von Weichweizen bis 2030 um knapp 10 Mio. t anziehen auf 126,6 Mio. t, der Verbrauch von Gerste auf 54 (2017: 50,4) Mio. t und der von Mais auf satte 85 (72,5 Mio. t). Mais wird vor allem im Isoglukose-Bereich zulegen, erwartet die Kommission.

Wachsender Marktanteil

Die Exportperspektiven für europäisches Getreide betrachtet die Kommission positiv. Vor allem für Weizen im Mittelmeerraum, in Afrika und im Golf täten sich gute Exportchancen hervor. Die Marktexperten identifizieren die EU und die Schwarzmeerländer als diejenigen Anbieter, die ihre Marktanteile in der Ausblicksperiode erhöhen können. In den USA, Kanada und Australien sehen sie hingegen keine große Dynamik. Gegenüber Russland und der Ukraine könne EU-Weizen durch Qualität punkten, heißt es. Die Kommission rechnet damit, dass die Marktanteile der EU im globalen Weizenhandel von heute 17 Prozent auf 19 Prozent im Jahr 2030 steigen werden. Die Exporte sollen von heute 27 Mio. t auf 36,8 Mio. t 2030 steigen. Jüngste Exportspitzen wie 2014 mit 33,3 Mio. t würden folglich noch übertroffen.

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