Märkte am Mittag

Drittlandsexporte unter Erwartungen


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Foto: da
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Die Weizenexporte aus Deutschland liegen deutlich hinter den Ergebnissen des Vorjahres. Ab Januar könnte Bewegung in den Markt kommen. Das schätzen Marktexperten beim az-Seminar in Hamburg.

Die Weizenkurse an der Matif tendieren vor dem Wochenende freundlich. Der März-Termin an der Pariser Börse wird mit 161,25 €/t bewertet, das sind 0,50 €/t mehr als am Vortag. Die Rapskurse an der Matif bewegen sich bei 365,50 €/t für den Februar-Termin seitwärts. In Chicago schreiben Weizen, Mais und Sojabohnen grüne Zahlen.

Markttendenz
In diesem Kalenderjahr stehen die Zeichen auf seitwärts tendierende Preise. Weder Verkäufer noch Käufer dürften sich verstärkt engagieren.
Unterdessen bleiben die Exporterwartungen hierzulande verhalten. Während die Drittlandexporte aus Deutschland im Wirtschaftsjahr 2016 /17 bei 5,7 Mo. t lagen, werden sie für das laufende Wirtschaftsjahr bei lediglich 2,5 bis 3,0 Mio. t gesehen. Saudi Arabien bleibt dabei die wichtigste Destination für deutschen Weizen. Darauf wies Andreas Schiwek von Bunge GmbH, Hamburg, heute auf dem Seminar der agrarzeitung (az) in Hamburg hin. Exporte nach Algerien fallen aus. Frankreich ist konkurrenzfähiger. Auch argentinischer Weizen steht für Algerien bereit. Ebenso bleibe das Baltikum stark im Mahlweizenexport. Französischer Weizen rechne sich ebenfalls nach Saudi Arabien. Allerdings sieht Schiwek erst Chancem zum Jahresbeginn.

„Weizenexporte sind historisch stärker ab Januar“, so seine Einschätzung. Allerdings sieht Schiwek aus der Bilanz heraus auch nicht die Notwendigkeit, so viel Ware wie im Vorjahr zu exportieren. Eine  konstante Inlandnachfrage speziell aus dem Nordwesten Deutschlands stützt die Preise für Weizen aktuell mehr als die Nachfrage aus dem Export. Exportparitäten sind mit 165,00 €/t franko Seehäfen für Brotweizen mit 12 Prozent Eiweiß preislich weniger interessant als die bezahlten 173,00 bis 174,00 €/t in Südoldenburg für Futterweizen. Die fob-Preise für deutsche Ware sind im internationalen Vergleich zu hoch. Vor allem im Vergleich zur Schwarzmeerregion sei deutscher Weizen nicht konkurrenzfähig. Russische Weizenexporte fielen rekordverdächtig höher aus als im Vorjahr. Gleichzeitig gebe es in Polen und Tschechien stabile Inlandsmärkte. So sei das Angebot aus diesen Ländern in diesem Jahr geringer als in anderen Jahren. Auch Futterweizen aus dem Baltikum rechne sich nicht in den Nordwesten Deutschlands.

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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