az-Podcast Debatte

Mais im Höhenrausch


Foto: Huber-Werthwein

Optimale Wetterbedingungen begleiten derzeit die Körnermaisernte in Deutschland. Die Preise sind attraktiv. Im Frühjahr 2021 wollen Landwirte die Maisfläche ausdehnen.

Im az-Podcast zur Ernte 2020 spricht az-Redakteurin Daphne Huber mit Martin Unterschütz,  Leiter Getreidehandel bei der Baywa in München über die aktuelle Maisernte und die Entwicklungen auf den Märkten. Der ausgewiesene Marktexperte erklärt im az-Podcast Debatte ausführlich die internationalen Warenströme. So müssen bei den prognostizierten Ernteschätzungen von Mais in der Ukraine wegen der Trockenheit Abstriche gemacht werden. Damit verspäten sich auch die Ankünfte von Mais aus der Ukraine an deutschen Hafenplätzen. Sie werden erst im November erwartet. Um das Defizit von Mais in der EU und in Deutschland zu füllen, importiert seit vielen Jahren die Ukraine Mais. Doch aufgrund einer geringeren Ernte erwartet Marktexperte Unterschütz eine geringere Importmenge aus der Schwarzmeerregion.



Unter anderem ist deshalb das Preisniveau von Körnermais seit Monaten fest. Schon vor der Ernte wurden hohe Prämien für alterntige Partien bezahlt. Daran hat sich auch mitten in den Druscharbeiten nichts geändert. Bis zu 180 €/t zahlen die Erfasser am Oberrhein ab Station für die prompte Annahme. Futterweizen fehlt, sodass Mais in die Lücke in den Mischungen einspringen kannkönnte. I Am 10. September ist mit dem ersten Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg eine große Verunsicherung auf den Getreide- und Futtermittelmärkten eingetreten. Mittlerweile sind mehr als 90 bestätige ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg gemeldet. Wegen der ASP gilt für Deutschland ein Exportstopp von deutschem Schweinefleisch in Drittländer. Deswegen kaufen Mischfutterwerke vorsichtiger ein. Eine größere Nachfrage nach Mais kommt hingegen von den Mischfutterwerken in den Niederlanden.

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