az-Podcast Folge 10

Die Spreu vom Weizen trennen

In der Destillation wird das Bioethanol gewonnen.
Martin Jehnichen
In der Destillation wird das Bioethanol gewonnen.

Die Ernte ist eingebracht, jetzt erhalten die Verarbeiter von Getreide die meiste Aufmerksamkeit. Zur Bioethanolherstellung benötigt die Cropenergies AG in Zeitz rund 750.000 t Getreide im Jahr.

Im az-Podcast zur Ernte 2020 spricht az-Redakteurin Daphne Huber mit Bernhard Dahmen, Leiter Beschaffung Rohstoffe und Verkauf Co-Produkte, beim Bioethanolhersteller Cropenergies, über die Anforderungen eines großen Verarbeiters an die Erntemengen und -qualitäten. Cropenergies hat Werke in Zeitz in Sachsen-Anhalt, Wanze in Belgien sowie Wilton in Großbritannien. 

Am Standort Zeitz betreibt Cropenergies eine Bioethanolanlage mit einer Kapazität von rund 400.000 m³ Bioethanol, mehr als 300.000 t Eiweißfuttermittel 'protigrain' und 100.000 t verflüssigtem CO2 pro Jahr. In der Anlage in Zeitz können jährlich mehr als 750.000 t Getreide sowie Zuckersirupe verarbeitet werden.

Marktexperte Dahmen ist fast von Beginn an bei Cropenergies dabei, die 2006 als Tochtergesellschaft der Südzucker AG in Mannheim gegründet wurde. Er ist ein gefragter Experte auf dem Gebiet der Rohstoffbeschaffung. Dahmen stellt im Gespräch im az-Podcast "Die Spreu vom Weizen trennen" besonders heraus, dass im Werk in Zeitz nur hochwertiges, gesundes Getreide aufgenommen wird. Zum Proteinproblem sagt Dahmen: "Gegenüber dem Vorjahr haben wir ein Proteinabfall. Es ist aber immer noch Ware mit sehr guten Proteinwerten vorhanden. Bei uns im Werk Zeitz kommen derzeit Waren mit Proteinwerten von 12,5 Prozent an. Das Wichtigste ist für uns die Gesundheit des Getreides, wir sind kein Verarbeiter von minderwertigem Getreide", betont er.

Mykotoxine kann der Experte derzeit nicht ausmachen, abgesehen von einigen Importpartien. Aktuell ist das Werk in Zeitz kein Käufer am Markt. Vor knapp zehn Tagen konnte Weizen im August/September zu 170 €/t gekauft werden, der Termin Oktober/Dezember lag bei 171,50 €/t. Heute sind die Preise höher.

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