Biodiesel

Rapsmarkt in schwierigem Fahrwasser


Die Turbulenzen, die günstige Biodiesel-Importe aus Argentinien und Indonesien am EU-Markt verursachen, bremsen alle Fantasien für die Rapspreise. Dennoch steigt der Anbau in der EU 2018 nach einer Prognose der EU-Kommission.

Die schwierige Marktlage bei Biodiesel in Europa hinterlässt Spuren am Rapsmarkt. Teilnehmer am deutschen Kassamarkt für Ölsaaten und deren Produkte berichten schon seit Längerem von einer äußerst zähen Vermarktung. Und Luft nach oben für die Rapsnotierungen sieht niemand am Markt. Spiegelbild für die fehlende Preisfantasie sind die Rapskurse an der Matif, die für den alterntigen Termin Mai und für den neuerntigen Kontrakt August mit 347,50 €/t am Mittwochmittag auf exakt gleichem Niveau notieren.

Seitens der Biodieselhersteller schrumpft die Nachfrage: Anfang dieser Woche hat die Natural Energy West (NEW) in Hamm mitgeteilt, ihre Produktion für unbestimmte Zeit zu halbieren. Zuvor hatte der US-Agrarkonzern ADM bekannt gegeben, die Biodiesel-Produktion in Mainz bis Ende des zweiten Jahresquartals 2018 auszusetzen, und auch Bunge hat verlautbart, die Biodiesel-Produktion in Mannheim weiter zu reduzieren. Damit reagieren die Biodieselhersteller auf den Konkurrenzdruck durch günstige Importware aus Argentinien und Indonesien, die auf den EU-Markt strömt, seitdem ein Urteil der Welthandelsorganisation die EU-Schutzzölle für beide Herkünfte gekippt hat. Ende Januar hat die EU-Kommission zwar ein Antisubventions-Verfahren gegen Argentinien eröffnet. Doch erste Schutzmaßnahmen wie Zölle könnten frühestens ab Herbst ergriffen werden.

Anbau auf heutigen Niveau kaum rentabel

„Eigentlich muss der Rapsanbau zurückgenommen werden“, schätzt ein Makler gegenüber agrarzeitung.de die Lage ein. Denn Biodiesel aus Argentinien und Indonesien sei so viel günstiger, dass der rapsbasierte Kraftstoff keine Chance am Markt habe. „Der Anbau von Raps rechnet sich bei dieser Konkurrenzsituation auf aktuellem Niveau nicht mehr“, fügte der Marktteilnehmer hinzu.

Doch in der EU steigt die Rapsproduktion 2018 im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt aller Schwierigkeiten am Markt zum Trotz. Das berichtete kürzlich die EU-Kommission. Demnach steigt die Rapsfläche zur Ernte 2018 auf 6,79 Mio. ha, 2017 umfasste sie 6,71 Mio. ha. Die Rapserzeugung in der EU-28 könnte - Trenderträge unterstellt - auf 22,3 Mio. t zur Ernte 2018 wachsen, das wären 3,4 Prozent mehr als der Fünfjahresschnitt.

Kleinere Fläche in Deutschland

In den einzelnen Mitgliedstaaten selbst ergibt sich allerdings ein differenziertes Bild. So geht die Kommission für Deutschland von einer Rapsfläche von 1,27 Mio. ha 2018 aus, während 2017 noch 1,3 Mio. ha mit Raps bestellt wurden. Gemessen am mehrjährigen Durchschnitt würde hierzulande der Rapsanbau vergleichsweise gering ausfallen. In Frankreich soll der Anbau auf knapp 1,5 Mio. ha zulegen, nach 1,4 Mio. ha 2017. Damit würden Landwirte dort an den mehrjährigen Durchschnitt anknüpfen. Im Vereinigten Königreich würde die Rapsfläche mit 613.000 ha am unteren Ende des Fünfjahresschnitts liegen und gegenüber 2017 mit 563.000 ha deutlich zulegen.

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