Ernte 2018

DRV erwartet weniger Winterweizen


Foto: Yvonne Voigt/Pixelio

In einer ersten Prognose für die Ernte 2018 rechnet der Deutsche Raiffeisenverband mit mehr Raps und weniger Weizen. Insgesamt verfehlt die Produktion das langjährige Mittel.

In seiner ersten Schätzung für dieses Jahr geht der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) von einer Getreideernte  von 45,7 Mio. t aus. Damit würde die Produktion hierzulande das Vorjahresniveau von 45,6 Mio. t leicht übertreffen, teilte der DRV am Donnerstag in Berlin mit. Die Ernteprognose liege aber spürbar unter dem langjährigen Mittel von 47,9 Mio. t (minus 4,8 Prozent). Grundlage der aktuellen DRV-Ernteschätzung sind die Angaben des Statistischen Bundesamtes zu den Herbstaussaatflächen 2017 sowie eigene Erhebungen zu den Frühjahrsaussaatflächen und Hektarerträgen.

Landwirte hierzulande sollen nach dieser ersten, frühen Prognose 2018 weniger Winterweizen einfahren: Die Ernte beziffert der DRV aktuell mit 23,3 (Vorjahr: 24,1) Mio. t. Die Produktion von Wintergerste soll mit knapp 9,1 Mio. t in etwa auf Vorjahresniveau bleiben. Deutlich zulegen soll die Erzeugung von Sommerweizen mit knapp 837.000 t, nach 231.000 t im Vorjahr. Auch die Ernte von Sommergerste soll steigen auf 2,1 (1,8) Mio. t.

Deutliche Flächenrückgänge in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Grund für den Produktionssprung bei Sommerweizen sei insbesondere eine deutlich geringere Anbaufläche von Winterweizen. Witterungsbedingt fällt die Winterweizenfläche in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen rund 10 Prozent geringer als im Vorjahr aus, in Schleswig Holstein sogar gut 25 Prozent. In der Folge erwartet der Verband eine erhebliche Ausdehnung der Sommerweizen-Anbaufläche, die sich im Vorjahresvergleich (42.000 ha) mehr als verdreifachen dürfte. Allerdings kann diese Frucht aufgrund niedriger Erträge die Ausfälle bei Winterweizen nur begrenzt ersetzen, stellen die DRV-Marktexperten fest.

Ebenfalls rechnet der DRV in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit einer spürbaren Ausdehnung der Sommergerstenfläche. Insgesamt geht der Verband derzeit bundesweit von einem Plus von 40.000 ha auf gut 380.000 ha aus. Die Anbaufläche von Körnermais werde nach derzeitiger Einschätzung mit 457.000 ha etwas unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt gesehen, der Hafer mit 133.000 ha leicht darüber.

Bei Raps rechnet der DRV mit einer Erntemenge von knapp 4,7 Mio. t. Das enttäuschende Vorjahresergebnis von 4,3 Mio. t wird somit um 9,5 Prozent überschritten, der Fünf-Jahres-Durchschnitt von rund 5,2 Mio. t allerdings nicht erreicht. Gründe für das erneut unterdurchschnittliche Ergebnis sind unter anderem ein Rückgang der Anbaufläche und schwächere Bestände in verschiedenen Regionen, verursacht durch die teilweise schwierigen Aussaatbedingungen in Nord- und Nordostdeutschland.

Nord-Süd-Gefälle nach Winter

Die Frühjahrsbestellung hat bislang nur entlang der Rheinschiene begonnen oder steht dort unmittelbar bevor. Sobald die Temperaturen weiter steigen und die Böden abgetrocknet sind, werden die Bestellarbeiten in vollem Umfang anlaufen, erwartet der DRV. Dies dürfte im Norden und Nordosten aufgrund der hohen Wassersättigung noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Außerdem müssen dort wegen der teilweise fehlenden Befahrbarkeit im Herbst deutlich mehr Flächen als in den Vorjahren bestellt werden.

Die Bestände haben das Winterhalbjahr mit den strengen Frösten im Februar insgesamt ohne gravierende Schäden überstanden, so der Verband. Allerdings zeige sich ein heterogenes Bild: Das Getreide im Süden und Westen gibt aufgrund der guten Aussaat- und Wuchsbedingungen im Herbst ein in der Summe besseres Bild ab, als die Bestände im Norden und Nordosten. Dort konnte sich das Getreide aufgrund der extrem nassen Witterung teilweise nur begrenzt entwickeln und starte vielerorts geschwächt in das Frühjahr.

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