Ernte 2018

BVA hat kaum Fantasien für Weizenpreise


Deutscher Weizen ist trotz steigender Preise in der Schwarzmeerregion kaum wettbewerbsfähig im Export. Bullischer hingegen ist die Stimmung bei Gerste.

Aufgrund einer kleineren Anbaufläche und teils widriger Wachstumsbedingungen im Herbst erwartet der private Agrarhandel selbst bei günstigem Witterungsverlauf in Deutschland bestenfalls eine durchschnittliche Weizenernte 2018. Das teilt der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) anlässlich seiner Pressekonferenz am Dienstag in Berlin mit. Vor allem auf den norddeutschen Hochertragsstandorten waren im Herbst viele Flächen zu nass, um sie bestellen zu können. Die unbestellten Flächen dürften im Frühjahr mit Sommerungen wie Sommerweizen, Sommergerste, Mais, Hafer oder Eiweißpflanzen bestellt werden. Damit deckt sich die Einschätzung der neuen Ernte des BVA mit der ersten Prognose des Deutschen Raiffeisenverbandes aus der Vorwoche.

Die Preisentwicklung in Deutschland wird davon abhängen, wie sich der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar entwickelt, erwartet der BVA. Denn die globalen Weizenendbestände und auch die in der EU werden zum Ende des Jahres 2017/18 noch anwachsen. Die Chancen auf deutlich anziehende Weizenpreise auf dem Weltmarkt seien deshalb auch in der kommenden Vermarktungssaison begrenzt – vorausgesetzt, Missernten in den wichtigen Anbaugebieten bleiben aus.

Viel Weizen in den Futtermischungen

Nach einer durchschnittlichen Ernte 2017 mit durchwachsenen Qualitäten ist der Weizenmarkt in Deutschland von einer lebhaften Inlandsnachfrage und einem schwachen Exportgeschäft gekennzeichnet, so der BVA weiter. Die Mischfutterindustrie im Nordwesten des Landes hat in den vergangenen Monaten das Preisniveau für Weizen bestimmt. Wegen relativ hoher Preise für Mais und Futtergerste wird in den Mischungen so viel Weizen eingesetzt wie möglich, halten die privaten Landhändler weiter fest.

Für den Export sieht der BVA kaum positive Impulse: Seit November 2017 ziehen die Preise für Weizen in den russischen Exporthäfen am Schwarzen Meer zwar an. Dennoch sei deutscher Weizen heute noch nicht voll wettbewerbsfähig. „Ob sich das in den kommenden Monaten noch ändert, hängt vor allem vom Verkaufsverhalten der Landwirte ab“, heißt es von Seiten des BVA.

Reges Exportgeschäft bei Gerste

Auf dem Gerstenmarkt ist die Situation freundlicher. Hier sorgt vor allem das gute Exportgeschäft für attraktive Preise, so der BVA weiter. Gerste werde im Export inzwischen auf höherem Niveau gehandelt als Futterweizen. „Die gute Nachfrage aus dem Ausland hat dafür gesorgt, dass die Futtergerste im Norden Deutschlands vermarktet ist“, stellt der BVA fest. Die Exporthändler und Mischfutterproduzenten müssen sich deshalb aus markferneren Regionen versorgen.

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