Ernte 2018

Notreife Gerste im Norden


Die Gerste in Ost-Westfalen hat genug Regen bekommen.
Foto. da
Die Gerste in Ost-Westfalen hat genug Regen bekommen.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) stellt in seiner aktuellen Ernteschätzung eine enttäuschende Prognose: Er geht von einer Getreideernte in Höhe von 43,8 Mio. t aus. Das bereits unterdurchschnittliche Vorjahresergebnis von 45,5 Mio. t wird damit deutlich unterschritten.

 
„Gründe dafür sind die hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der vergangenen Wochen in weiten Teilen Deutschlands. Es könnte sogar passieren, dass sich eine Mähdrescherernte auf einzelnen Flächen nicht lohnen wird“, sagte DRV-Hauptgeschäftsführer Dr. Henning Ehlers vor Journalisten in Berlin.

 

Während die Bestände im Westen und Süden des Landes in der Summe gut mit Niederschlägen versorgt sind, zeigt sich im Norden und Nordosten ein anderes Bild. Dort haben die Kulturen unter dem fehlenden Regen und der Hitze gelitten. In manchen Regionen sind seit sechs Wochen keine nennenswerten Niederschlagsmengen mehr gefallen. Die Bestände zeigen daher teilweise deutliche Trockenschäden. Dies betrifft insbesondere die Gerste, die auf leichten Standorten bereits notreif wird. Sollte sich das Wetter der vergangenen Wochen fortsetzten, könnte die Ernte in den nördlicheren Bundesländern bereits zum Monatsende beginnen.

Die Weizenernte beträgt noch knapp 23 Mio. t, im Vorjahr waren es 1,5 Mio. t mehr. Bei Wintergerste rechnet der Verband aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit einer Erntemenge von 8,4 (Vorjahr. 9) Mio. t. Der Roggen wird mit gut 2,7 Mio. t auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr gesehen. Bei der Sommergerste rechnet der DRV mit knapp 2,3 Mio. t. Der deutliche Zuwachs im Vergleich zum vergangenen Jahr ist aber ausschließlich auf die erheblich angestiegene Anbaufläche zurückzuführen. Der Körnermais wird mit gut 4,3 Mio. t ähnlich wie im Vormonat bewertet.

Raps noch schlechter als im Mai geschätzt

Die Ernteprognose von Winterraps wurde witterungsbedingt ein weiteres Mal leicht nach unten angepasst. Gegenwärtig rechnet der Verband nur noch mit einer Erntemenge von gut 4 Mio. t. Damit würde in diesem Jahr die zweitniedrigste Erntemenge der vergangenen zehn Jahre eingefahren werden. Besonders dramatisch ist die Lage im Nordosten Deutschland. In Mecklenburg-Vorpommern rechnen Landwirte mit Erträgen von 1,5 bis 4 t/ha.

 

Der DRV legt seine nächste Ernteschätzung Mitte Juli vor.

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