Ernte 2019

DRV rechnet mit 24 Mio. t Weizen


Der Deutsche Raiffeisenverband prognostiziert einen deutlichen Zuwachs der hiesigen Weizenproduktion 2019.
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Der Deutsche Raiffeisenverband prognostiziert einen deutlichen Zuwachs der hiesigen Weizenproduktion 2019.

Landwirte hierzulande werden im Sommer 2019 nach Erwartungen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) rund 47 Mio. t Getreide einfahren. Die ausgetrockneten Böden im Norden und Nordosten brauchen aber weitere, kontinuierliche Regenfälle.

„Ohne nennenswerte Schäden“ haben die Getreidebestände das Winterhalbjahr überstanden. Daher sieht der DRV die deutsche Getreideerzeugung 2019 wieder auf Kurs zu durchschnittlichen Werten, wie der Verband in seiner ersten Prognose für die neue Ernte am Donnerstag bekannt gab. Die Getreideernte beziffert der DRV mit 47,1 Mio. t. Das wären 24,1 Prozent oder rund 9 Mio. t mehr, als Landwirte im Dürrejahr 2018 eingefahren haben. Einen ähnlichen Zuwachs hatte bereits der europäische Getreidehändlerverband Coceral prognostiziert. Die Winterweizenproduktion steigt auf 23,8 (Vorjahr: 19,6) Mio. t.

Grünroggen für die Futtertröge

Außerdem sollen Landwirte 9,8 (7,4) Mio. t Wintergerste und 2,1 (2,2) Mio. t Sommergerste dreschen. Die Produktion von Roggen steigt deutlich auf 3,6 (2,2) Mio. t. Der Grund ist ein Flächenzuwachs von gut 21 Prozent. Der DRV bezweifelt allerdings, dass alle Roggenflächen auch komplett gedroschen werden: „Aufgrund der Futterknappheit in vielen Vieh haltenden Betrieben dürfte ein hoher Anteil der zusätzlichen Anbaufläche als Grünroggen geerntet werden“, heißt es dazu. An Mais sollen hiesige Erzeuger 4,3 (3,3) Mio. t vom Feld holen. 

„Enttäuschend“ und „historisch niedrig“ fällt die DRV-Prognose für die Rapsernte in Deutschland aus. Der Verband beziffert die Produktion zum aktuellen, frühen Zeitpunkt mit 3,2 Mio. t. Das wären noch einmal 13 Prozent oder 0,5 Mio. t weniger als das bereits schwache Vorjahresergebnis. Grund ist eine deutlich kleinere Anbaufläche aufgrund der Sommertrockenheit 2018:  Der DRV beziffert die Fläche derzeit mit 917.000 ha, nach noch rund 1,2 Mio. ha im Vorjahr. „Die Bestände haben sich nach den schwierigen Startbedingungen aufgrund des feuchten und milden Novembers oftmals noch gut entwickelt und den Winter weitgehend unbeschadet überstanden. Lediglich im Norden und Nordosten sind die Bestände teilweise sehr schwach, hier drohen weitere Umbrüche“, erläutert Guido Seedler, Getreidemarktexperte des DRV.

Frühe Aussaat im Westen und Südwesten

Die Frühjahrsaussaat verläuft in diesem Jahr nach Einschätzung der Raiffeisengenossenschaften zweigeteilt. In den Frühsaatgebieten im Westen und Südwesten hat sie bereits in der zweiten Februarhälfte begonnen und ist dort in weiten Teilen mit Ausnahme von Mais abgeschlossen. Das ist laut DRV rund drei Wochen früher als im Mittel der vergangenen Jahre. Die kühlere und wechselhafte Witterung der vergangenen zwei Wochen hat die Bestellarbeiten allerdings weitgehend zum Erliegen gebracht.

Die teilweise ergiebigen Niederschläge wurden in vielen Regionen dringend benötigt, denn über die Wintermonate konnten die Wasserdefizite des Vorjahres nicht ausgeglichen werden. Gerade im Norden und Nordosten sei lediglich der Oberboden gut durchfeuchtet, die tieferen Bodenschichten dagegen sind weiterhin trocken. „Hier wird in den kommenden Wochen eine kontinuierliche Wasserversorgung notwendig sein“, so der DRV.

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