Märkte am Mittag

Sommergerste enttäuscht in Thüringen


Abgeerntetes Feld im Hainich.
Foto: da
Abgeerntetes Feld im Hainich.

Die Ernte in Thüringen ist regional sehr schlecht ausgefallen. Die Weizenpreise bleiben im Sinkflug.  Dem Ökolandbau ergeht es nur geringfügig besser.

Bei den Landwirten zeigt sich in Thüringen ein insgesamt zwiespältiges Bild, sagte Dr. Klaus Wagner, Präsident des Bauernverbandes heute bei der Erntepressekonferenz in Mellingen. Insbesondere das Frühjahr sei deutlich zu trocken gewesen, so dass das Bodenwasserdefizit, welches durch Dürre 2018 entstanden war, regional nochmals größer wurde, so Wagner weiter. Durch die Trockenheit verdorrten im Laufe des Frühjahrs vielerorts die anfänglich gut entwickelten Bestände. Dies spiegelt sich auch in den Erträgen wider – sie seien besser als im Vorjahr, das noch trockener war, liegen aber auch heuer weit unter dem langjährigen Durchschnitt, so die Bewertung des Bauernpräsidenten. „Wo Regen fiel, sieht es noch gut aus, wo kein Regen kam, war aufgrund des fehlenden Wassers im Boden nichts zu gewinnen und die Erträge geringer als 2019“, so Wagner.

Markttendenz
Die US-Börsen sind heute wegen des Feiertags Labour Day geschlossen. Deshalb ist der Handel an der Euronext in Paris nur verhalten. Der auslaufende Frontmonat September gibt für Weizen um 0,25 auf 164,00 €/t weiter nach. Der Dezember verliert um 0,50 auf 167,50 €/t. Die schwachen Börsennotierungen wirken sich auch auf die Kassapreise aus.
Die Wintergerste ist mit 7,5 t/ha in diesem Jahr die ertragreichste Fruchtart. Winterweizen, der von allen Getreidesorten am meisten angebaut wird, liegt mit 6,8 t/ha leicht über dem Ergebnis des Vorjahres, aber weit unter denen des sechsjährigen Mittels. Die Qualität für braufähige Gerste wird aufgrund der hohen Rohproteingehalte mit mehr als 11,5 Prozent sowie des  nicht ausreichenden Vollgerstenanteils in diesem Jahr vielfach nicht erreicht. Der Winterroggenertrag ist unterdurchschnittlich und die Triticale durchschnittlich. Die Zahlen nannte Agrarministerin Birgit Keller (Linke) in Mellingen.

Rapsanbau in Thüringen weiter rückläufig

Die im letzten Jahr prognostizierte fortschreitende Flächenreduzierung beim Winterraps ist eingetreten. Die Anbaufläche ging auf 81.685 ha zurück, fast 30 Prozent weniger als 2018. Ursache sind hier hauptsächlich die schlechten Aussaatbedingungen im letzten Jahr. Der Ertrag liegt mit 3 t/ha auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Im ökologischen Landbau sind die Ernteerträge etwas besser als im Vorjahr ausgefallen, liegen aber insbesondere beim Winterweizen weit unter dem Mittel der letzten Jahre. Die Mindererträge im Ökolandbau (ca. minus 45 bis minus 65 Prozent) fallen absolut (dt/ha) geringer aus als in der konventionellen Landwirtschaft, führen durch die höheren Preise jedoch zu finanziellen Einbußen in vergleichbarer Höhe, wie bei konventionell wirtschaftenden Landwirten, so Wagner.

An der Euronext kann der Rapskontrakt für November am Montag morgen nicht an den Höhenflug der Vorwoche anschließen, hält sich jedoch mit 381 €/t wacker über der wichtigen psychiologischen Marke von 380 €/t.

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