Ernteschätzung

DRV schätzt Ernte nach oben


Nach den Regenfällen Ende Mai haben sich vielerorts in Deutschland die Ertragsaussichten für Getreide verbessert. Für Raps sieht es indessen mau aus.

„Wir gehen davon aus, dass wir in Deutschland mit einem leicht überdurchschnittlichen Ergebnis in die neue Vermarktungssaison starten werden“, kommentiert Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), die aktuellen Prognose seines Verbandes. Der DRV geht jetzt von einer Getreideernte in Höhe von 48,0 Mio. t aus. Dies entspricht einem Plus im Vergleich zum Vorjahr von knapp 27 Prozent. Vor einem Monat war der DRV mit einer Ernteerwartung 2019 von 47,2 Mio. t etwas pessimistischer.

Weizen braucht noch mehr Regen

Für Weizen rechnet der DRV jetzt mit etwa 24,7 Mio. t. Allerdings sind die Bestände, die sich derzeit in der Kornfüllungsphase befinden, in den kommenden Wochen auf ausreichend Wasser angewiesen. „Sollten die sommerlichen Temperaturen anhalten und kein ausreichender Niederschlag fallen, sind insbesondere im Norden und Nordosten Deutschlands Ertragseinbußen zu befürchten“, ergänzt Seedler. Dort sind die Niederschläge der vergangenen Wochen weiterhin knapp ausgefallen.

Gerste bald reif, Roggen teilweise gehäckselt

Die Gerstenernte schätzt der DRV jetzt auf 12,1 Mio. t. In einigen Regionen hat die Abreife begonnen, so dass in den Frühdruschgebieten zum Ende des Monats mit dem Erntebeginn zu rechnen ist. Die Roggenernte wird derzeit aufgrund einer deutlich angestiegenen Anbaufläche (+ 22 Prozent) und höherer Durchschnittserträge als im Vorjahr (+ 34 Prozent) auf 3,6 Mio. t prognostiziert. Die tatsächliche Erntemenge dürfte aber geringer ausfallen, da bereits Flächen zur Gewinnung von Viehfutter oder Gärsubstrat für Biogasanlagen abgeerntet worden sind. „Wir halten einen Flächenverlust von bis zu 70.000 Hektar für möglich. Dann betrüge die Erntemenge nur 3,2 Millionen Tonnen“, so Seedler weiter.

Schwache Rapsernte erwartet

Für Raps erwartet der Raiffeisenverband indes nur eine enttäuschende Ernte von knapp 3,1 Mio. t Das wäre das schlechteste Ergebnis seit 1998. Und selbst diese Menge ist nicht sicher. Bleibt es heiß und trocken, könnte auch weniger Raps gedroschen werden.

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