Getreideernte

EU wird wieder Nettoexporteur


Die Experten des USDA erwarten in Europa eine gute Getreideernte. Der Importbedarf für Mais soll deutlich sinken. Die Weizenexporte könnten wieder steigen.

In diesem Jahr rechnen die Experten des global Agricultural Information Network (Gain) des US-Agrarministeriums in der EU mit einer Getreideernte von 311,65 Mio.t, das wären rund 27 Mio. t mehr als im Vorjahr. Es würde auch das Ergebnis von 2017 um knapp 8 Mio. t übertreffen. Insgesamt könnten die 28 EU-Staaten im kommenden Wirtschaftsjahr 23,95 Mio. t Getreide importieren und 34,56 Mio. t exportieren und damit die Union wieder zu einem klaren Nettoexporteur machen. Im aktuellen Wirtschaftsjahr sollen Exporte von 31 Mio. t die Importe von 30,15 Mio. t nur knapp übertreffen.

Mehr Weizen im Export und im Futtertrog

Die Weizenernte schätzt der aktuelle Gain-Report auf 153,5 Mio. t (2018: 137,2 Mio. t, 2017: 151,3 Mio. t). Dies werde sich auch positiv auf die Exporte auswirken, die im kommenden Wirtschaftsjahr auf 26 Mio. t steigen sollen. Für 2018/19 wird eine Exportmenge von nur noch 22 Mio. t erwartet. Die Korrektur der in den EU Mitgliedsstaaten tätigen Analysten kommt überraschend, denn noch im April-Wasde waren die EU-Exporte für das aktuelle Wirtschaftsjahr um 1 Mio. t auf 24 Mio. t angehoben worden. Mit 56,5 Mio. t sollen 3,5 Mio. mehr Weizen verfüttert werden. Bei den Endbeständen erwartet das USDA im Sommer 2020 eine Menge von 15,35 Mio. t (2018/19: 10,85 Mio. t.).

Maiserträge in Westeuropa stagnieren

Deutlich kleiner könnten in diesem Jahr die Zuwächse bei der Maisernte sein. 64,25 Mio. t bedeuten gegenüber 2018 einen Zuwachs von 850.000 t. In dem Bericht wird auf die relativ große Unsicherheit der Prognose verweisen, denn die Aussaat für Mais sei noch nicht abgeschlossen. Die Flächenschätzungen beziehen sich deshalb auf die von Landwirten geäußerte Anbauabsichten.


In Rumänien wird nach den Rekorderträgen aus dem Vorjahr mit einem um 17 Prozent niedrigeren Hektarertrag gerechnet. Ein Teil der Verluste wird durch eine größere Anbaufläche ausgeglichen, am Ende steht dennoch ein Minus von 11. Prozent. Der Bericht verweist darauf, dass die Maiserträge in den osteuropäischen Ländern dank besserer Sorten und einer besseren Bestandsbetreuung in den vergangenen Jahren gestiegen seien. In Westeuropa stagnierten die Erträge dagegen seit mehr als zehn Jahren. Die Analysten machen dafür Einschränkungen bei Pflanzenschutzmitteln, den Verzicht auf Biotechnologie und Widerstände gegen den Bau von Wasserspeichern zur Feldbewässerung verantwortlich.

Die Maisexporte im aktuellen Wirtschaftsjahr wurden im Vergleich zum April-Wasde um 1,5 Mio. t auf 24 Mio. t angehoben. 2019/20 sollen sie auf 18,5 Mio. t fallen, das wäre wieder das Niveau aus dem Jahr 2017/18.

Export von Gerste steigt nur leicht

Ein deutlicher Anstieg um 6 Mio. t auf 62 Mio. t wird bei Gerste erwartet. Ein großer Teil der Mehrproduktion fließt innerhalb der EU in die Fütterung. Vor allem die beiden größten Produzenten Frankreich und Deutschland, aber auch Polen und Dänemark sollen zu der Steigerung beitragen. In der Fütterung soll Gerste wieder eine größere Rolle spielen. Mit 39,5 Mio. t steigt die Menge 2019/20 um 2,6 Mio. t.

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