Der europäische Schlachtschweinemarkt zeigt sich nach der Atempause der Vorwoche wieder mit einer insgesamt freundlichen Preisentwicklung. Die großen deutschen Schlachtunternehmen gehen die Preisentwicklung nicht mit. Das sorgt für verhagelte Stimmung bei den Schweineproduzenten.

Aufgrund eines insgesamt unterdurchschnittlichen Lebendangebotes legten die Notierungen für Schlachtschweine in etlichen EU-Mitgliedsländern bei ruhigen inländischen Fleischgeschäften leicht zu, berichtet die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Die Preisanstiege reichen dabei von korrigierten 1,2 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht (SG) in Frankreich bis zu 3 Cent pro Kilogrammin Österreich und Deutschland. In Frankreich wird von einem rückläufigen Angebot an Schlachtschweinen berichtet. In Österreich soll es sogar hitzebedingt 15 Prozent unter dem üblichen Niveau liegen. Auch aus Spanien wird von rückläufigen Schlachtgewichten berichtet, so die ISN.

Unveränderte Notierungen werden aus den Niederlanden und Dänemark gemeldet. Die dänische Notierung verharrt nun schon seit 11 Wochen auf einem unveränderten Preisniveau und ließ in dieser Zeitspanne Ausschläge nach oben und unten aus.
Dass angesichts der aktuellen Versorgungslage die vier größten deutschen Schlachtunternehmen, Tönnies, Vion, Westfleisch und Danish Crown den jüngsten Preisanstieg nicht akzeptieren, sorgt im europäischen Umfeld für Verunsicherung. Nun hoffen nicht nur deutsche Schweineerzeuger darauf, dass sich die Hauspreise in Luft auflösen.
 

Tendenz für den deutschen Markt:

Am Wochenbeginn sind Erzeuger und Vermarkter aufgrund der aktuellen Hauspreispolitik weiter verunsichert. Dem Vernehmen nach halten die Schlachtunternehmen weiter an ihren Auszahlungspreisen fest. Aber: das Grillwetter hält an und der Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft kann dem Fleischmarkt zu positiven Impulsen verhelfen.

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