Exporte

Frankreich auf Drittlandsmais angewiesen

Die europäischen Weizenexporte liegen im laufenden Wirtschaftsjahr 2018/19 um rund 25 Prozent im Rückstand gegenüber dem schon schwachen Vorjahr. Frankreich korrigiert Weizenausfuhren nach unten.

So schnell wie Russland ist in dieser Woche kein Exportland aus den Weihnachtsferien gestartet. So konnte sich Russland die Ausfuhr von rund 415.000 t Weizen in Richtung Ägypten sichern. Damit sind erst einmal alle Hoffnungen geplatzt, wonach der russische Exportmotor nach dem Jahreswechsel ins Stottern kommen könnte.

In dieser Woche hat das französische Amt FranceAgrimer die Januar-Bilanz für den Getreidemarkt vorgelegt. Frankreich dürfte demnach nur noch 8,7 Mio. t Weizen in diesem Wirtschaftsjahr in Drittländer liefern. Vor einem Monat waren es noch 100.000 t Weizen mehr. Innerhalb der EU liefert Frankreich 7,7 Mio. t Weizen, rund 40.000 t mehr als noch im Dezember erwartet. Darunter beziehen auch die Verarbeiter entlang der Rheinschiene Weizen aus Frankreich. Aufgrund der nach unten korrigierten Ausfuhrmengen ermittelt Agrimer einen leichten Bestandsaufbau in Frankreich auf 2,8 Mio. t. Frankreich erntete 2018 rund 34 Mio. t Weizen, rund 7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Schwaches Exportgeschäft

Auch Gerste hat Frankreich noch zur Verfügung. Die Vorräte erhöht das Getreideamt auf 1,3 Mio. t, rund 200.000 t mehr als noch im Dezember geschätzt. Auch diese Korrektur ist eine Konsequenz aus dem schwachen Exportgeschäft für Weizen und Gerste. Die Dürre im Sommer 2018 bescherte auch Frankreich eine kleinere Maisernte von 11,6 Mio. t, rund 14 Prozent weniger als 2017/18. So musste Agrimer die Maisimporte für Frankreich in der aktuellen Schätzung leicht auf 800.000 t anheben. Das wären rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch innerhalb der EU muss französischer Mais 2018/19 Abstriche machen. Agrimer schätzt den Intra-EU-Handel mit Mais aus Frankreich auf 4,2 Mio. t gegenüber 4,9 Mio. t 2017/18, ein Rückgang von rund 13 Prozent.

Der jüngste Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar mit einer Parität von über 1,15 US-$ dürfte eine Anpassung des europäischen Preisniveaus zur Folge haben. Diese Situation erleichtert den Import, analysiert das französische Handelshaus Agritel. So wurde bereits das gesamte ermäßigte Zollkontingent für ukrainischen Mais in Höhe von 1,17 Mio. t für 2019 in die EU ausgeschöpft.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats