FAO-Preisindex 2018

Schwächer trotz Dürre


Größter Verlierer 2018: Der Preisindex für Zucker.
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Größter Verlierer 2018: Der Preisindex für Zucker.

Der FAO Nahrungsmittelpreis-Index lag im Jahr 2018 trotz Rekorddürre in Europa und Australien unter dem Niveau von 2017. Nur der Teilindex für Getreide ist gestiegen.

Insgesamt hat das Barometer, das die Entwicklung der Preise für Getreide, Pflanzenöle, Fleisch, Milch und Zucker weltweit misst, im Jahr 2018 einen Durchschnittswert von 168,4 Punkten erreicht. Das sei ein Rückgang um 3,5 Prozent gegenüber dem Durchschnittswert von 2017 sowie von 27 Prozent gegenüber dem bisher höchsten Jahreswert, der 2011 erreicht wurde. Das teilte jetzt die Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, mit. Den größten Rückgang im Vorjahresvergleich verbuchte demnach der Teilindex für Zucker.

Weltweite Produktion von Mais und Weizen gesunken

Der Teilindex für Getreide hat nach Angaben der FAO 2018 einen Durchschnittswert von 165 Punkten erreicht und damit das Vorjahresniveau um 9 Prozent übertroffen. Der Rekordwert aus dem Jahr 2011 wurde aber um 31 Prozent verfehlt. Aufgrund der Dürre in Europa und Argentinien ist die weltweite Produktion von Mais und Weizen 2018 zurückgegangen, was zu einem Anstieg der Preise führte. Dass dieser nicht höher ausfiel, führt die FAO darauf zurück, dass die globalen Vorräte von Getreide weiterhin „mehr als ausreichend“ gefüllt seien. Im Dezember erreichte der Index 167,1 Punkte, das sind 3 Punkte mehr als im November. Diesen Anstieg im Vormonatsvergleich begründet die FAO mit ungünstigen Regenfällen zur Erntesaison in Argentinien und rückläufigen Weizenexporten aus Russland.

Nachfrage nach Palmöl aktuell gestiegen

Der Teilindex für Pflanzenöle erreichte durchschnittlich 144 Punkte 2018, womit der Wert von 2017 um 15 Prozent unterschritten und das niedrigste Niveau seit 2007 erreicht wurde. Vor allem die Palmölpreise hätten deutlich nachgegeben, was die FAO mit steigenden Vorräten bei rückläufiger Nachfrage begründet. Im Dezember stieg der Index um 0,5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 125,8 Punkte, was die UN-Landwirtschaftsorganisation mit einer Erholung der Palmölpreise aufgrund steigender Nachfrage begründet. Unter Druck stünden weiterhin die Notierungen für Soja und Raps.

Märkte für Schweinefleisch und Geflügelfleisch unter Druck

Der FAO-Index für Fleisch erreichte 2018 im Schnitt 166,4 Punkte, das ist ein Rückgang um moderate 2,2 Prozent gegenüber 2017. Rückgänge bei den globalen Preisen für Schweine- und Geflügelfleisch verursachten dies. Die Preise für Rindfleisch stiegen entgegen dem Trend im Gesamtjahr. Im Dezember hingegen kletterte der Fleischindex gegenüber dem November-Niveau um 1,3 Punkte nach oben auf 163,6 Punkte. Das führt die FAO auf steigenden Importbedarf für Schweinefleisch, vor allem in Brasilien, zurück.

Der Teilindex für Milch erzielte 2018 im Schnitt ein Niveau von 192,9 Punkten, ein Rückgang um 4,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Quer durch die Produktpalette hätten sich die Preise im zweiten Halbjahr 2018 rückläufig entwickelt, stellt dazu die FAO fest. Im Dezember fiel der Teilindex um 5,9 Punkte auf 170 Punkte, da vor allem ein steigendes Vollmilchpulver-Angebot die Preise weltweit drückte.

Der FAO-Index für Zucker stürzte im Gesamtjahr 2018 um fast 22 Prozent gegenüber 2017 ab. Im Dezember erreichte der Teilindex 179,6 Punkte, ein Minus von 3,6 Punkten gegenüber November. Im Januar 2018 hatte der Wert immerhin noch 199,9 Punkte betragen. Für Druck am Zuckermarkt sorgte laut FAO das hohe Angebot aus Indien. Zudem hätten die global niedrigen Rohölpreise die Anreize zur Ethanolproduktion verringert. Daher hatte der weltweit größte Produzent Brasilien noch mehr Rohstoff für die Zuckererzeugung zur Verfügung.

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