Fleischexport

Schweinehalter in den USA optimistisch


Trotz eines Schweinebestandes auf Rekordniveau floriert bei den US-Mästern der Absatz. Eine steigende Nachfrage im In- und Ausland sichert gute Margen.

Binnen eines Jahres ist die Zahl der Schweine in den Ställen der US-Farmer um 2,4 Prozent auf 73,2 Millionen Tiere gestiegen. Das ist der höchste Schweinebestand bei einer Dezember-Zählung, seitdem die Zahlen offiziell erhoben werden.

Niedrige Futterkosten und hohe Ferkelpreise

Die höheren Tierzahlen werden zu einem weiteren Anstieg des Schweinefleischangebotes führen. Erwartet wird, dass die Produktion 2018 um 3 bis 3,5 Prozent wächst, nachdem sie im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent gestiegen ist. Die Schweinhalter profitieren von niedrigen Produktionskosten. Die Futtermittelpreise in den USA sind die niedrigsten seit Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ferkelpreise allerdings um rund ein Drittel gestiegen.

Nachfrage im Inland wächst zu langsam

Bei der Fleischnachfrage in den USA erwarten Analysten einen weiteren Anstieg, der aber nicht mit der wachsenden Produktion mithalten kann. Deshalb müssen größere Mengen im Export abgesetzt werden. Dass die Nachfrage bisher mit der größeren Produktion Schritt halten kann, zeigt die Entwicklung der Lagerbestände von Schweinfleisch. Sie sind nach USDA-Angaben zum Stichtag 30. November gegenüber dem Vormonat um 15,5 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent gesunken. Rund 22 Prozent des Schweinefleischs wurde 2017 im Export vermarktet. Bis Oktober wurden 2 Mio. t im Ausland abgesetzt, das waren 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Exportwert stieg um 10 Prozent auf 5,28 Mrd. US-$, so die U.S. Meat Export Federation (USMEF).

Handelspolitik bleibt Unsicherheitsfaktor

Das gute Exportgeschäft ist ein Grund dafür, dass die Schweinhalter in den USA gutes Geld verdienen. Die Iowa State University schätzt, dass die Umsatzrenditen 2017 die zweithöchsten seit 2011 waren. Nur im Ausnahmejahr 2014 hätten die Schweineproduzenten mehr Geld verdient. Auch für das Jahr 2018 rechnen Marktexperten in den USA mit guten Gewinnen. Als ein Risiko wird die Handelspolitik der Trump-Regierung gesehen. Nach dem Ausstieg aus dem transpazifischen Handelsabkommen dürfe es bei der Neuverhandlung des Nafta-Abkommens mit Kanada und Mexiko zu keinen weiteren Einschränkungen kommen, fordert die Fleischbranche.

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