Alle Fleischarten verzeichnen in Frankreich einen Produktionsrückgang. Der Sektor Schweinefleisch ist am stärksten betroffen.

Die Betriebe in Frankreich haben im vergangenen Jahr weniger Fleisch produziert als 2016. Das geht aus aktuellen Daten der Agrarbehörde France AgriMer hervor. Demnach belief sich die Gesamterzeugung nach vorläufiger Schätzung
auf 5,52 Mio. t. Das waren 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. 

Bei allen Fleischarten sei ein Produktionsrückgang zu verzeichnen, der ausgerechnet im wichtigsten Sektor Schweinefleisch mit 2,2 Prozent auf 2,16 Mio. t am stärksten getroffen habe. Maßgeblich dafür war laut Statistik ein erneuter Bestandsrückgang, der das Schlachtaufkommen gegenüber 2016 um rund 550.000 Schweine verringerte. Die französische Rindfleischerzeugung war 2017 um 1,8 Prozent auf 1,44 Mio. t rückläufig. Neben geringeren Schlachtgewichten war dafür ein kleineres Angebot an Jungbullen und Ochsen verantwortlich. Die Zahl der ins Schlachthaus gelieferten Kühe ging lediglich um 0,5 Prozent zurück, bei Färsen wurde ein Plus von 1,6 Prozent verzeichnet.

Trotz großer Probleme mit der Vogelgrippe Anfang 2017 verzeichnete die französische Geflügelfleischerzeugung nur einen Produktionsrückgang um 1,0 Prozent auf 1,81 Mio. t. Die Tierseuche hinterließ dennoch ihre Spuren; die Erzeugung von Enten und Gänsen brach um fast ein Zehntel ein. Zudem wurde die Erzeugung von Putenfleisch
wegen der schwachen Inlandsnachfrage um 5,6 Prozent auf 353.000 t gedrosselt, was aber durch den Zuwachs bei Hähnchenfleisch um 2,1 Prozent auf 1,24 Mio. t
abgemildert wurde.

Ausfuhren auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als zehn Jahren

Der geringeren Fleischerzeugung stand AgriMer zufolge auch ein niedrigerer Verbrauch gegenüber. In der Summe ging der Fleischverbrauch in Frankreich 2017 um 0,7 Prozent auf 5,61 Mio. t zurück. Im vergangenen Jahr trug das kleinere Schweineaufkommen dazu bei, dass der Export auf das niedrigste Niveau seit mehr als zehn Jahren fiel. Die Ausfuhr lebender Schweine ging um fast elf Prozent
auf rund 48.000 t zurück, der Fleischexport um 8,5 Prozent auf 546.000 t.
Vor allem die Drittlandsausfuhren gingen wegen des schwachen Chinageschäfts um fast 30 Prozent auf 108.000 t zurück. Trotz des nachlassenden Auslandsabsatzes
stiegen die Exporterlöse gegenüber 2016 um 2,3 Prozent auf rund 1,2 Mrd. Euro, weil sich deutlich höhere Preise erzielen ließen. Die Experten von AgriMer erwarten für
2018 eine weitere Abnahme der Schweineproduktion, um gut ein Prozent.


Der Artikel ist zuerst erschienen auf Fleischwirtschaft.de
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