Getreide am Morgen: Ölsaaten

Billigimporte brechen Raps das Genick


An der Börse in Chicago geht es zum Wochenschluss abwärts. Die Rapskurse an der Euronext finden keinen Halt.

Sojakomplex: Den Sojabohnen an der Börse in Chicago ging vor dem Wochenende die Luft aus. Nach der hektischen Vorwoche mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, dem militärischen Eingreifen in Syrien sowie dem USDA-Wasde-Report, fehlt die Orientierung.

Bilder von Schnee bedeckten Feldern lassen in Nordamerika noch keine Frühlingsgefühle aufkommen. Die Aussaat wird sich verzögern. Vor allem technische Verkäufe ließen die Sojabohnenkurse am vergangenen Freitag abstürzen. Händler stellten Positionen glatt. Die Nervosität ist groß. Die enttäuschenden Exportzahlen von US-Sojabohnen kratzen am Selbstbewusstsein. Die Sojabohnen-Ernte in Brasilien ist zu 85 Prozent abgeschlossen. Das ist fast der Stand des Vorjahres, teilt das Beratungsunternehmen Agrural mit. Die Mai-Bohne verabschiedet sich am Freitag an der CBoT um 6,50 US-Cent schwächer bei 10,54 US-$/bushel (umrechnet 313,70 €/t). Die Verluste von Sojaschrot halten sich in Grenzen und enden bei 382,80 US-$/short tons (umgerechnet 342 €/t). Ähnlich verhält es sich beim Sojaöl für den Mai mit 31,48 US-Cent/Pound (56,20 €/t).  

Raps: Die ICE-Futures für Canola im kanadischen Winnipeg können dem Druck aus Chicago nicht standhalten. Anleger streichen am Freitag Gewinne ein. Hartnäckig halten sich Stimmen, der Markt sei überbucht.

In Kanada könnte in diesem Jahr mehr Canola geerntet werden. Analysten glauben weiterhin an die Unabhängigkeit von Canola-Raps: „Ich glaube nicht, dass wir hier einen Fall haben, in dem Raps zusammenbricht", sagte ein Händler und verwies auf die Verluste dieser Woche. "Die Futures respektieren immer noch die Aufwärtstrendlinie, die seit dem Tief von Mitte März gezogen wurde."

In Deutschland wird die Produktion von Biodiesel zurückgefahren. Die Hersteller reagieren damit nach Angaben des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) auf steigende Billigimporte aus Argentinien. Durch die staatliche Förderung sei argentinischer Biodiesel aus Soja etwa 70 US-$/t oder 57 €/t billiger als hierzulande aus Raps produzierter Diesel. Drei Anlagen in Deutschland haben bereits die Produktion verringert oder gestoppt. An der Pariser Börse Euronext ist der Frontmonat im freien Fall und schließt am Freitag bei nur noch 346,50 (minus 1,50) €/t . Der Bahnstreik trifft auch die Logistik von Rapssaat, die eingeschränkt ist.

Palmöl: Indien ist weltweit der größte Abnehmer von Palmöl. In der kommenden Woche werden neue Importzahlen veröffentlicht. Einen möglichen Anstieg der Importe haben die Händler an der Börse in Kuala Lumpur schon vorweggenommen. Nach vier aufeinanderfolgenden Minus-Tag stiegen die Palmölnotierungen in Kuala Lumpur erstmals am Freitag auf 2.429 Ringgit/t (umgerechnet 626 US-$/t).

Rohöl: Die Ölpreise sind am Freitag leicht gestiegen. Die Syrien-Krise sorgt für Unsicherheit. Die Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete 72,52 US-$/barrel (159 Liter).  Das waren 50 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 28 Cent auf 67,35 US-$.

Marktbeobachter begründen den Anstieg der Ölpreise auf die positiven Aussagen der Internationalen Energieagentur (IEA). Der Interessenverband führender Industriestaaten hatte im Monatsbericht die Erfolge des Ölkartells Opec und anderer wichtiger Förderländer im Kampf gegen ein zu hohes Angebot auf dem Weltmarkt hervorgehoben. Demnach steht die Opec kurz davor, ihr Ziel zu erreichen und die hohen Lagerbestände der Industrienationen abzuschmelzen.

 

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