Getreidehandel

Saudi Arabien braucht Gerste

Europa verkauft nur wenig Weizen. Das Geschäft mit Gerste läuft hingegen prächtig, auch für Deutschland. Das zeigen die neuesten Zahlen der EU Kommission.

Von Juli bis einschließlich der ersten Septemberwoche hat die EU deutlich weniger Weizen exportiert. Wie die wöchentliche EU-Marktbeobachtung zeigt, wurden zum Stichtag 9. September 2018 nur rund 2,85 Mio. t an Weizen, einschließlich Mehl, ausgeführt. Das sind 41 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Frankreich kommt mit 1,6 Mio. t Weizen der Löwenanteil zu. Deutschland hat in den etwas mehr als zwei ersten Monaten des Wirtschaftsjahres 2018/19 nur rund 61.000 t Weizen exportiert. Zu den wichtigsten Weizen-Abnehmern gehört Algerien. Das nordafrikanische Land hat seit Beginn des Wirtschaftsjahres 1,3 Mio. t Weizen von der EU gekauft. In der vergangenen Woche sind insgesamt knapp 100.000 t Weizen aus der EU exportiert worden. 

Gerste weltweit knapp

Das Exportgeschäft mit Geste hat sich dagegen prächtig entwickelt. Seit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres hat die EU rund 1,27 Mio. t Gerste ausgeführt. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wichtigster Lieferant ist dabei Frankreich mit 542.000 t, gefolgt von Rumänien mit 388.000 t und Deutschland, das mit 267.000 t zur EU-Exportbilanz beiträgt.

Die Ware findet vor allem im Nahen Osten Abnehmer. Allen voran steht Saudi Arabien mit 566.000 t auf Platz 1 der Gerstenabnehmer. Marktanalysten zufolge hat Sago, der staatliche Getreideeinkäufer aus Saudi Arabien das Portemoniae weit aufgemacht. Sago soll weltweit 1,5 Mio. t an Gerste zur Lieferung im November und Dezember eingekauft haben und dafür im Schnitt cif 260 US-$ pro t bezahlt haben - angeblich 15 Prozent mehr als bei dem vorhergehenden Geschäft. Analysten gehen insgesamt von einem sehr knappen globalen Gerstenangebot aus. Der internationale Getreiderat IGC spricht von der niedrigsten Gerstenproduktion seit sechs Jahren.

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