Getreidemarkt

Matif leicht im Minus


Unklar ist, wie groß die noch nicht geerntete Maisfläche in den USA ausfällt.
Foto: NCGA Pictures
Unklar ist, wie groß die noch nicht geerntete Maisfläche in den USA ausfällt.

Globale Weizenproduktion sinkt geringer als befürchtet. Überraschend starke Maisproduktion sowohl in den USA als auch auf globaler Sicht überrascht Analysten.

Weizen: Zum Ausklang der ersten vollständigen Handelswoche des Jahres verzeichneten die US-Weizenkontrakte am Freitag leichte Kursgewinne. An der CBoT in Chicago konnte der Frontmonat März 2,25 Cent auf 564,50 Cent/bushel (186,53 €/t) zulegen. Hard Red Winter an der Börse in Kansas gewann 4,5 Cent auf 494,75 Cent/bushel. Marktbeobachter sprachen davon, dass die Zahlen des am Freitag veröffentlichten WASDE-Reports für Januar bei den Händlern vorrangig gemischte Gefühle auslösten. So entwickelten sich im Verlauf des Handelstages weder eindeutig bullische noch bärische Tendenzen. Die USDA-Analysten senkten die globale Weizenproduktion gegenüber dem Dezember-Bericht um 1 Mio. t auf 764,4 Mio. t. Der Rückgang ist auf eine Anpassung der russischen Produktionszahlen zurückzuführen, die nun 73,5 Mio. t (- 1 Mio. t) betragen. Die globalen Endbestände wurden gegenüber dem Vormonat um 1,42 Mio. t auf 288 Mio. t nach unten korrigiert. Analysten erwarteten hier im Vorfeld schwächere Zahlen. Im Vorjahreszeitraum betrug der Wert 278 Mio. t.


Ebenfalls am Freitag gab das US-Agrarstatistikamt NASS seine Zahlen zur Anbaufläche in den USA bekannt. Laut dem Bericht gehen die Anbauflächen für Winterweizen und Canola im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig zurück – um 200.000 ha auf 24,4 Mio. ha.

In Paris sorgten die US-Berichte ebenfalls nur für geringe Kursbewegungen. Nachdem der März am Vortag noch ein 7-Monats-Hoch erreichte, gab er am Freitag an der Matif um 0,25 € auf 191,50 €/t nach.

Mais: In Grün verabschiedeten sich auch die US-Maiskontrakte aus der Handelswoche. An der CBoT in Chicago notierte der März 2,50 Cent im Plus bei 385,75 Cent/bushel (136,95 €/t). Der jüngste WASDE-Report verzeichnete eine leichte Erhöhung der US-Maisproduktion gegenüber Dezember auf 347,8 Mio. t. Dabei glichen höhere Erträge eine niedrigere Erntefläche mehr als aus, wie es hieß. Angesichts der schwierigen Wetterbedingungen hat dies viele Analysten überrascht. Durch einen höheren Inlandsverbrauch schmolzen die Endbestände 2019/20 um rund 500.000 t auf 48 Mio. t ab. Auf globaler Sicht stieg die Maisproduktion auf 1,11 Mrd. t, wobei die Produktion inzwischen minimal den Verbrauch übersteigt. Die größten Zuwächse verzeichneten Bangladesch, Russland sowie die EU. Die EU konnte sich überdies über einen Exportanstieg von mehr als 400.000 t auf 2,4 Mio. t freuen. Die USDA hob ihre Prognose für die weltweiten Maisbestände zum 30. Juni 2020 um 2,75 Mio. t auf 297,8 Mio. t an. Der US-Agrarstatistikdienst NASS wird seine Schätzungen zu den Anbauflächen und Lagerbeständen noch einmal überprüfen, da zahlreiche Farmer aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse ihre Bestände noch nicht vollständig abgeerntet haben.

An der Matif in Paris schlossen die Maiskontrakte am Freitag uneinheitlich. Während der März mit einem Plus von 0,25 € auf 173,00 €/t die Woche in grün beendete, verabschiedete sich der Juni mit einem Minus 0,50 € auf 176,50 €/t ins Wochenende.

Euro: Zum Wochenausklang konnte sich der Euro nach einer durchwachsenen Woche wieder etwas behaupten. Nachdem die Gemeinschaftwährung am Vormittag noch unterhalb der Marke von 1,11 US-$ notierte, kletterte sie bis zum Handelsschluss in Frankfurt noch auf 1,1120 $. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs zuvor auf 1,1091 US-$ fest. Unterstützung erhielt der Euro von den US-Arbeitsmarktzahlen. Zwar zeigt sich der US-Arbeitsmarkt weiterhin sehr robust, verlor im Dezember dennoch etwas an Schwung. Heute Morgen notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,1125 US-$.

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