Getreidemarkt

Exportziel höher gesteckt


EU-Getreideexporte, wie sie unter anderem am Hafen in Rouen abgewickelt werden, laufen derzeit rege.
Foto: Hafen Rouen
EU-Getreideexporte, wie sie unter anderem am Hafen in Rouen abgewickelt werden, laufen derzeit rege.

Europäisches Getreide ist am Weltmarkt konkurrenzfähig, in Deutschland steigen die Exporterwartungen mancher Marktteilnehmer. Knapper Lkw-Raum und teure Frachten erschweren die Abwicklung.

Das Exporttempo aus der EU heraus hat zuletzt deutlich zugenommen. Vor allem die baltischen Staaten, Polen und Rumänien sind mit ihrem Exportprogramm relativ weit vorne weg. Das weckt Optimismus auch für den deutschen Weizenexport im Wirtschaftsjahr 2019/20. „Auf Dollar-fob-Basis sind europäische Herkünfte eingepreist“, sagt dazu ein Großhändler im Norden. Manche Erwartungen am Markt für den deutschen Weichweizenexport im laufenden Wirtschaftsjahr 2019/20 gehen daher bereits Richtung 3,5 Mio. t; dem stehen nach Daten von Eurostat knapp 2,7 Mio. t in der Saison 2018/19 gegenüber. 

Richtung Hamburg hat es zuletzt auch lebhaftere Nachfrage nach Weizen gegeben, die nach Einschätzung von Marktteilnehmern allerdings wieder ein wenig abflacht. Für B-Weizen franko Hamburg Basis November, wurden zuletzt Prämien von bis zu 4 €/t auf den Matif-Dezember-Kontrakt erzielt, was Stand heute Mittag 183,75 €/t entsprechen würde. Doch aktuell sollen die Preise wieder etwas gesunken sein, denn die Kontraktabrufe, die für die Erfüllung von vorderen Exportgeschäften gebraucht wurden, sind nach Einschätzung von Maklern gelaufen. Für B-Weizen franko Hamburg Basis Januar liegen die Prämienvorstellungen derzeit bei 2 bis 3 €/t über dem Matif-März-Kontrakt, was 182,50 €/t bis 183,50 €/t entsprechen würde.

Logistik gilt als angespannt

Weiter im Inland im Nordwesten läuft das Geschäft in ruhigeren Bahnen. Richtung Mischfutterindustrie franko Südoldenburg läuft nur kleineres Bedarfsgeschäft. Die Prämienniveaus liegen für den Termin 1-6 (Januar bis Juni) bei plus 4 €/t bis 6 €/t über dem Matif-Mai-Termin, was am Mittwochmittag 187,25 €/t entsprechen würden. Einzelne Mühlen fragen hier und da mal beim Handel Preisniveaus für die Frühjahrstermine an, doch oft erwächst daraus Händlern zufolge kein Geschäft, weil die Mehlkäufer auf den aktuellen Niveaus keine Kontrakte schließen wollten. Im Westen berichten Marktteilnehmer von einer stärkeren Abgabebereitschaft der Landwirtschaft, getrieben durch die höheren Matifkurse.

Als angespannt gilt die Lkw-Logistik. Das ist sowohl ein Saisoneffekt, als auch auf das generell knappe Angebot an Lkw-Raum zurückzuführen, der teilweise auch noch durch die Rübenernte gebunden ist.

 

Markttendenz
Der Exportmarkt weckt derzeit Optimismus, da deutscher Weizen preislich wettbewerbsfähig ist. Verarbeiter sind eher zurückhaltend am Markt.

Mahlweizen an der Matif verliert am Mittwochmittag leicht gegenüber Vortag: Der Fronttermin Dezember gibt 0,50 €/t nach auf 179,75 €/t, der folgende Märzkontrakt verliert 0,25 €/t und steht bei 180,50 €/t und der Termin Mai 2020 gibt um 0,50 €/t nach auf 181,25 €/t. Rapssaat an der Pariser Börse hingegen tendiert freundlich: Der Frontmonat Februar 2020 gewinnt 1 €/t gegenüber Vortag und wird mit 393 €/t bewertet; der Mai-Kontrakt steigt um 0,75 €/t auf 389 €/t. In Chicago geben Weizen und Mais nach, während die Sojabohnen-Futures freundlich tendieren.

 

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