Getreidemarkt

Maisbestände schrumpfen in den USA überraschend stark


Eine Farm in Iowa
USDA
Eine Farm in Iowa

Der NASS-Quartalsbericht sorgt für eine Rally am Maismarkt. Der schwache Euro und die Vorgaben aus Chicago stützen die Notierungen an der Matif.

Weizen: Die Weizennotierungen an der CBoT in Chicago gingen im grünen Bereich aus dem ersten Handelstag der Woche. Der Dezember legte am Montag um 8,4 US-Cent auf 495,6 US-Cent/bushel (umgerechnet 167,82 €/t) zu. Im Der jährliche NASS-Bericht bezifferte die Gesamt-Weizenproduktion für das Jahr 2019 auf 1,962 Mrd. bushel und lag damit leicht unter den Erwartungen. Der jüngste Bericht zum Erntefortschritt zeigte, dass bisher 90 Prozent des Sommerweizens gedroschen worden. Das waren 3 Prozent mehr als in der Vorwoche, jedoch weniger als der Durchschnittswert von 99 Prozent. Der Winterweizen wurde zu 39 Prozent ausgesät, ein Fortschritt von 11 Prozent zur Vorwoche. Zum 1. September betrugen die Weizenbestände 2,385 Mrd. bushel. Damit liegen sie leicht über den Erwartungen, allerdings 5 Mio. bushel unter dem Vorjahreswert. Im elektronischen Handel notierte der Dezember am Morgen bei 498,0 US-Cent/bushel.

An der Matif hielt der Aufwärtstrend zu Wochenbeginn weiter an. So schürte der schwache Euro Hoffnungen auf eine Belebung des Exportgeschäfts. Der Dezember gewann 75 Cent auf 174,75 €/t. Die wöchentlichen Exportzahlen der EU zeigten, dass seit dem Beginn des Handelsjahres 2019/20 im Juli 6,25 Mio. t Weizen ausgeführt wurden, was einem Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

In der Ukraine führte der anhaltende Feuchtigkeitsmangel im September zu sehr ungünstigen Keimungs- und Entwicklungsbedingungen für sämtliche Winterkulturen. Neben den fehlenden Niederschlägen, die im September mit wenigen Ausnahmen lediglich 10 bis 20 Prozent des Durchschnittswertes erreichten, verschärften eine geringe Luftfeuchtigkeit sowie heiße, trockene Winde die Anbausituation. In der zweiten Monatshälfte fielen überdies die Temperaturen deutlich ab und sorgten für die ersten Bodenfröste des Herbstes.

Mais: Infolge bullischer Nachrichten verabschiedeten sich die Maiskurse am Montag mit Gewinnen aus dem Handelstag. In Chicago gewann der Frontmonat Dezember 16,4 US-Cent auf 388,0 US-Cent/bushel (139,98 €/t) und erreichte damit ein Acht-Wochen-Hoch. So wurden die Kurse vom am Montag veröffentlichten Quartalsbericht des NASS zu den Getreidebeständen getrieben. Demnach betrugen die Maisvorräte am 1. September 2,114 Mrd. bushel und lagen damit deutlich unter den zuvor veröffentlichten Schätzungen. Die Prognose aus dem September-Wasde, wurde um 331 Mio. bushel verfehlt. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Bestand 26 Mio. bushel niedriger aus. Der Bestand auf den Farmen betrug 753 Mio. bushel, ein Anstieg von 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Preistreibend wirkte sich zudem der langesame Erntefortschritt aus. So seien bisher 11 Prozent der Bestände abgeerntet wurden, normal wären jedoch 19 Prozent. Der wöchentliche Export-Bericht der USDA verzeichnete rund 400.000 t Mais für die Woche bis zum 26. September. Zwar bedeutete dies einen Anstieg von 70 Prozent gegenüber der Vorwoche, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Ausfuhren 66 Prozent geringer. Im elektronischen Handel notiert der Dezember am Morgen bei 387,25 US-Cent/bushel.

Euro: Trotz unerwartet guter Konjunkturdaten aus China aber auch der Eurozone, die Hoffnungen auf das mögliche Erreichen der konjunkturellen Talsohle in naher Zukunft nährten, rutschte der Euro zu Wochenbeginn unter 1,09 US-$. Am Dienstagmorgen notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0890 US-$.Ausschlaggebend dafür waren Befürchtungen, dass die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland senken werden. Insider sagten, dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,5 Prozent und 2020 um 1,1 Prozent wachsen werde. Im Frühjahr war noch von 0,8 Prozent und 1,8 Prozent Wachstum die Rede.

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