Getreidepreise 2019

DBV bremst Aufwärtsfantasien


Der Bulle hat 2019 zunächst wenig Argumente, um den Getreidemarkt zu bestimmen, sagt der Deutsche Bauernverband.
Thorben Wengert / pixelio.de
Der Bulle hat 2019 zunächst wenig Argumente, um den Getreidemarkt zu bestimmen, sagt der Deutsche Bauernverband.

Deutsche Mischer und Mühlen sind vorerst versorgt; global betrachtet ist Weizen und Mais ausreichend verfügbar. Diese Zwischenbilanz 2018/19 zieht der Deutsche Bauernverband.

Durch die extreme Dürre und Hitze im Sommer hat die Landwirtschaft in Deutschland eine deutlich unterdurchschnittliche Getreideernte 2018 eingefahren. In seiner Marktanalyse zum Jahresende beziffert der Deutsche Bauernverband (DBV) die Produktion mit 38 Mio. t – das seien 10 Mio. t weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.

Den Landwirten habe dies höhere Preise beschert: So lag der Erzeugerpreis für Brotweizen im August 2018 im Bundesdurchschnitt bei 188 €/t und damit knapp 40 €/t über dem Stand vom August 2017. Seither halten sich die Brotweizenpreise auf diesem Niveau. Auch die Preise für Futtergerste bewegen sich laut DBV in dieser Größenordnung und übertreffen damit das Preisniveau zum Jahreswechsel 2017/18 um 48 €/t.  Doch Argumente für weitere Preissteigerungen seien in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres derzeit „nur schwer auszumachen“, teilt der DBV am Donnerstag weiter aus Berlin mit.

Vorerst keine größeren Bedarfslücken

Die globale Versorgungssituation sei für Weizen und Mais aufgrund der die Produktion übersteigenden Nachfrage zwar enger als im Vorjahr, dürfe aber insbesondere im Falle von Weizen dennoch als „komfortabel“ bezeichnet werden. Mit Blick auf den inländischen Markt zeigen sich in der Mühlenwirtschaft und der Mischfutterindustrie vorerst keine größeren Bedarfslücken, so der DBV. Die Nachfrage der Futtermischer werde zusätzlich durch das Risiko eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gebremst.
„Auch der Export konnte bisher nicht den üblichen Nachfragesog entfalten. So führte die EU-28 in den ersten 25 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres lediglich 7,46 Millionen Tonnen Weizen aus – gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang um 25 Prozent“, bilanziert der Bauernverband weiter. Ursächlich hierfür seien die geringeren, zur Verfügung stehenden Mengen und die starke Konkurrenz am Exportmarkt durch russische Ware.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats