Handelsstreit

China sagt US-Sojaexporten den Kampf an

Der Handelsstreit zwischen den USA und China zieht weitere Kreise. Nachdem Bejing mögliches Dumping bei US-Sorghum-Importen bereits unter der Lupe hat, könnte bald ein weitaus wichtigerer Agrarrohstoff betroffen sein.

Die chinesische Regierung prüft, welche Auswirkungen Handelsbeschränkungen für US-Sojabohnen-Importe auf die Wirtschaft haben könnten. Seit Januar würde China entsprechende Überlegungen anstrengen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg und bezieht sich auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Zu den Maßnahmen, die Bejing prüfe, würden demnach Anti-Dumping-Untersuchungen sowie Untersuchungen über mutmaßlich handelsverzerrende Subventionen zählen.

Die chinesische Regierung hätte dabei besonders die Auswirkungen auf die heimische Sojaverarbeitungsindustrie im Blick, berichtet der US Soybean Export Council. Bislang sei aber keine Entscheidung gefallen, ob tatsächlich Handelsbarrieren errichtet werden sollen.

Revanche für Strafzölle auf Waschmaschinen

China reagiert damit auf Handelshemmnisse, die die USA aufgebaut haben. Wenige Wochen, nachdem die Administration Trump Waschmaschinen und Solarpanele aus der Volksrepublik mit Zöllen belegt hat, hatte die Volksrepublik angekündigt, US-Sorghum-Importe auf Dumping zu untersuchen. Die USA sollen 2017/18 rund 57 Mio. t Sojabohnen exportieren, schätzt aktuell das US-Agrarministerium. China ist der wichtigste Absatzmarkt für US-Sojabohnen im Ausland. China importiert laut USDA rund 97 Mio. t Sojabohnen in diesem Jahr, davon das Gros aus den USA und Brasilien. Handelsbarrieren für US-Sojabohnen in China haben das Zeug dazu, den Markt ordentlich durcheinander zu wirbeln. Denn massive Absatzschwierigkeiten für US-Sojabohnen würden die Sojakurse in Chicago ordentlich unter Druck setzen.


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