Handelsstreit

USA exportieren weniger Schweinefleisch

Die Schweinebranche in den USA bekommt die Folgen des Handelsstreits zu spüren. Nach der Einführung von Strafzöllen sinken die Ausfuhren nach China und Mexiko.

Die USA exportierten im Juni 191.000 t Schweinefleisch, das waren 4,5 Prozent weniger als im Juni 2017. Der Exportwert schrumpfte im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 510 Mio. US-$. Im gesamten ersten Halbjahr liegen die Ausfuhren 1,27 Mio. t um 2 Prozent über der Vorjahresmenge, berichtet die US Meat Export Federation (USMEF). Die Erlöse wuchsen um 5 Prozent auf 3,36 Mrd. US-$.

Ausfuhren seit April rückläufig

Seit einem monatlichen Exportrekord im April seien die Mengen rückläufig, so die Organisation. Als Hauptgrund dafür nennt die USMEF kleinere Liefermengen nach China und Hong Kong. Dafür seien nicht nur die chinesischen Strafzölle verantwortlich, sondern auch eine steigende Produktion in der Volksrepublik.

Mexikanischer Strafzoll von 10 Prozent

Gelitten haben auch die Exporte nach Mexiko, nachdem ab dem 5. Juni ein Einfuhrzoll von 10 Prozent auf die meisten Schweinefleischartikel in Kraft trat. Die Exporte verringerten sich im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 60.000 t. Der Exportwert sank um 16 Prozent auf 105 Mio. US-$, was darauf hindeutet, dass der Zoll vor allem von den US-Lieferanten bezahlt wurde, indem sie die Preise senkten. Im gesamten ersten Halbjahr wurde eine Rekordmenge 413.000 t nach Mexiko geliefert, das waren 4 Prozent mehr als 2017. Der Exportwert stieg nur um 1 Prozent auf 725 Mio. US-$.

Furcht vor Konkurrenten

Die USA fürchten in Mexiko Marktanteile zu verlieren. „Die USMEF arbeitet eng mit den großen Verarbeitern Mexikos und anderen wichtigen Kunden zusammen, um die Vorteile von frischem US-Schweinefleisch zu betonen“, erklärte USMEF-Präsident Dan Halstrom. Trotz der aktuellen Probleme sei die USMEF davon überzeugt, im Mexiko-Export auch 2018 einen Mengen-Rekord aufstellen zu können, wobei der Exportwert wahrscheinlich sinken werde. „Wir hoffen weiter, dass der zollfreie Zugang nach Mexiko bald wieder hergestellt wird, da Konkurrenten nun auf einen Markt zielen, den US-Schweinefleisch seit vielen Jahren dominiert“, so der Präsident.

Lieferungen nach China brechen ein

Die Anhebung des Einfuhrzolls von 12 auf 37 Prozent ab dem 2. April führte zu einem Einbruch der Lieferungen nach China. Im Juni schrumpften die Lieferungen im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 29.000 t. Der Exportwert sank um 19 Prozent auf 71 Mio. US-$. Bereits in den vorhergehenden Monaten hatten sich das Chinageschäft eingetrübt. Im gesamten ersten Halbjahr wurden 216.000 t nach China und Hong Kong exportiert, das waren 21 Prozent weniger als 2017. Der Exportwert verringerte sich nur um 9 Prozent auf 507 Mio. US.$. Zum 6. Juli hob China den Strafzoll auf US-Schweinefleisch um weitere 25 Prozent auf 67 Prozent an. Nicht davon betroffen sind nach wie vor Schweinefleischexporte nach Hongkong.

„Positiv ist, dass die Exporte in den meisten anderen Märkten solide wachsen“, kommentiert USMEF-Präsident Dan Halstrom die Statistik. Deutlich zulegen konnten die Ausfuhren nach Lateinamerika, Asien und Ozeanien.

Schweinefleischexporte der USA von Januar bis Juni 2018

Land Menge in t    Veränd. zu 2017 in %
Mexiko  413.000 +4
China/Hong Kong 216.000 -21
Japan   32.000 +5
Südkorea            134.000 +42
Südamerika    62.000 +29
Zentralamerika            40.000   +20
Karibik 30.000 +11
ASEAN-Staaten  30.000 +16
Australien       39.000 +9

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