Kartoffelmarkt

Große Ernte schnell verbraucht


Schlechte Qualitäten mit hohen Absortierungen und alternative Vermarktungswege sorgen bei Speisekartoffeln für schrumpfende Bestände. Die Erzeuger hoffen auf anziehende Preise.

Die Situation auf dem Kartoffelmarkt in Deutschland war in den vergangenen Monaten wegen der großen Ernte 2017 von einem reichlichen Angebot geprägt. In einer Zwischenbilanz sieht die Rheinische Erzeugergemeinschaft Kartoffeln (Reka) deutlich schneller schrumpfende Lagerbestände als erwartet. Die Reka mit Sitz in Viersen ist nach eigenen Angaben die bundesweit größte Erzeugergemeinschaft. Angesichts der veränderten Versorgungslage fordern die Erzeuger eine neue Preisdiskussion. Abpacker und Lebensmitteleinzelhandel müssten der neuen Situation Rechnung tragen.

Zum Ende der Vermarktung aus Flächenlägern und dem Beginn der Lieferung aus Kistenkühllägern zeige sich, dass die Lagerbestände schneller abgebaut wurden als erwartet. Im Rheinland verlaufe die Vermarktung sowohl im übergebietlichen Verkauf wie auch in der Abpackung nach Plan. Ende Januar Anfang Februar sollen die Flächenläger geräumt sein. Trotz der guten Qualitäten bei der Einlagerung würden aber mittlerweile auch in den Flächenlägern Lagerdruck und Keimung zunehmen, stellt die Reka fest.

Bundesweite Umfrage

Die Erzeugergemeinschaft hat in einer bundesweiten Umfrage auch die Situation in den anderen wichtigen Anbaugebieten analysiert. Danach ordern die Pfalz und Baden-Württemberg seit langem Kartoffeln aus den Überschussgebieten. Nach einer überdurchschnittlichen Ernte in Bayern würden auch dort die Qualitäten stark abnehmen. Entsprechend hoch seien die Absortierungen. Zudem wurden in den vergangenen Wochen große Mengen in andere Vermarktungskanäle geschoben, stellen die Analysten der Reka fest. Viele Marktbeobachter in Bayern würden davon ausgehen, dass über kurz oder lang auch hier Mengen zugefahren werden müssen.

In Ostdeutschland sei die Räumung auch schon weiter fortgeschritten, als vor Monaten geglaubt. Erstaunlich seien die Meldungen aus dem größten Anbau- und Überschussgebiet Niedersachsen. Zum Ende des Jahres wurde dort von großen Lagermengen berichtet. Zwischenzeitlich habe der Lagerbestand deutlich abgenommen. Witterungsbedingt seien sehr viele Partien nur bedingt lagerfähig gewesen. Diese scheinen konsequent alternativ verwertet worden zu sein, so dass auch dort der Kartoffelberg überschaubarer werde.

Zusammenfassend stellt die Reka fest, „dass der große Speisekartoffelberg der Haupternte deutlich kleiner ist als bisher angenommen“. Ein Grund dafür sei, dass die Absortierungen in allen Anbaugebieten in den letzten Wochen sehr stark zugenommen haben. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könne die abpackfähige verfügbare Menge in der verbleibenden Vermarktungszeit problemlos vermarktet werden, hoffen die Reka-Experten.

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