Kartoffeln

Knappe Versorgung, Ernte gebremst

Foto: Rainer Sturm/Pixelio

Das Bundesagrarministerium bestätigt nun auch offiziell eine kleine Kartoffelernte. Sie trifft auf große Nachfrage. Die noch laufenden Rodearbeiten geraten witterungsbedingt regional ins Stocken.

Um 25 Prozent oder 3 Mio. t wird die diesjährige Kartoffelernte in Deutschland einbrechen. Rund 8,7 Mio. t Kartoffeln werden Landwirte roden, nach noch 11,7 Mio. t im Vorjahr, berichtet das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und nimmt Bezug auf die Vorschätzung des Sachverständigenausschuss zur „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“.

Damit hat die diesjährige Sommerdürre nun auch von offizieller Seite bestätigte, deutliche Folgen für die Produktion von Kartoffeln gehabt, denn die Anbaufläche ist nach Angaben des BMEL mit 250.200 ha nahezu stabil im Vergleich zu 2017 geblieben. Spitzenreiter bei der Anbaufläche bleibt unangefochten Niedersachsen mit einem Flächenanteil von aktuell 45 Prozent, gefolgt von Bayern mit 16 Prozent und Nordrhein-Westfalen mit 13 Prozent. Eingeschränkt gegenüber dem Vorjahr wurde der Kartoffelanbau in Schleswig-Holstein und in Sachsen, deutlich ausgedehnt gegenüber dem Vorjahr wurde die Fläche in Sachsen-Anhalt.

Wenig Angebot auch aus den Nachbarstaaten

Die Lage am Kartoffelmarkt beschreibt das BMEL als eng, da ein durch die Dürre erheblich eingeschränktes Kartoffelangebot aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Belgien auf eine große Nachfrage der Verarbeiter wie Chips- und Pommes-Frites-Hersteller trifft. 

Während die Frühkartoffelernte in Deutschland von widrigen Witterungsverhältnissen weitgehend verschont blieb, stand die Haupternte unter einem schlechten Stern, geht weiter aus dem Bericht des BMEL hervor. Bei den mittleren und späten Kartoffelsorten führten die lang anhaltende Hitze und Trockenheit zu Mengen- und Qualitätseinbußen, soweit nicht durch Beregnung gegengesteuert werden konnte. Die derzeitigen Rodeergebnisse weisen mit 350 dt/ha ein Minus von 118 Dezitonnen beziehungsweise 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Ähnlich niedrige Erträge seien zuletzt im Jahr 2003 zu verzeichnen gewesen. Dabei ist das Bild wie auch bei der Getreideernte regional differenziert: Insbesondere in Süddeutschland gab es Standorte mit durchaus zufriedenstellenden Erträgen; in Ostdeutschland fielen die Ertragseinbußen dagegen besonders groß aus.

Auch die aktuellen Erntearbeiten finden nach Angaben des Ministeriums unter schwierigen Bedingungen statt: Gut geht es dort vorwärts, wo es in den vergangenen Wochen ausreichend geregnet hat.  An anderen Standorten hindern noch zu trockene Böden den Fortgang der Erntearbeiten.

Am heutigen Mittwochabend findet in Hamburg die traditionelle Kartoffel-Herbstbörse statt. Dort diskutieren Händler das aktuelle Marktgeschehen.

 

 

 

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