Märkte am Morgen: Ölsaaten

USA erhöhen Importzölle auf Waren aus China


In der Nacht zum heutigen Freitag haben die USA die Importzölle auf chinesische Produkte im Wert von 200 Mrd. US-$ von bislang 10 auf 25 Prozent angehoben. Die Börsen reagierten bereits am Donnerstag mit deutlichen Kursrückgängen.

Die USA werfen China vor, bereits gemachte Zusagen während der Verhandlungen wieder zurückzunehmen, beispielsweise zu Staatsinterventionen in Märkte und zum Handelsdefizit. Am Donnerstagabend schlug US-Präsident Donald Trump versöhnliche Töne an und sagte, er halte eine Einigung mit China immer noch für möglich. Für den heutigen  Freitag ist eine weitere Gesprächsrunde zur Lösung des Streits angesetzt. Daran soll auch der chinesische Vize-Regierungschef Liu He teilnehmen.

Sojabohnen: Die Sojabohnen-Kontrakte für Juli und August an der Chicago Board of Trade (CBoT) verbuchen zweistellige Verluste von 14 bis 14,40 US-Cent am Donnerstag. Der Settlement-Kurs für Juli steht am Donnerstag bei 8,12 US-$/bushel (umgerechnet  266,28 €/t). Sojaschrot in Chicago kommt mit minus 3,80 auf 289,10 US-$/short/tons (umgerechnet 284,16 €/t) glimpflich davon.

Zu sehr belastet die Ungewissheit über den Ausgang der Handelsgespräche zwischen China und den USA die Börse. Hinzu kommen die aktuellen Exportzahlen für Sojabohnen, die das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) am Donnerstag zum Börsenbeginn veröffentlichte. Sie lagen mit 146.500 t in der Vorwoche unterhalb der Erwartungen des Handels. Damit sind seit Beginn des Vermarktungsjahres 2018/19 von Juli 2018 bis Anfang Mai 2019 rund 45 Mio. t Sojabohnen aus den USA verkauft worden, gegenüber 55 Mio. t im Vergleichszeitraum 2017/18.

Die Aussichten auf den Fleischmärkten dämpfen die Hoffnungen auf eine Besserung der Kurse. Die FAO berichtet am Donnerstag von einer erstmals seit 20 Jahren rückläufigen Fleischproduktion weltweit. Hauptgrund ist die in China grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP), wo bereits 10 Millionen Schweine getötet wurden. Die chinesische Regierung hat angeordnet, dass in den 10.000 Schlachthäusern im Land ASP-Tests eingeführt werden.

Raps: An der ICE-Plattform können sich die kanadischen Canola-Futures im Handelsverlauf nach einigen Rückschlägen wieder erholen. Der Juli-Kontrakt geht mit einem Plus von 1,50 auf 436,70 kan.-$/t am Ende aus dem Handel. Marktteilnehmer erachten den Canola-Preis als immer noch zu hoch im Vergleich zu den US-Sojabohnen. Doch obwohl auch Canola in den vergangenen Monaten Feder lassen musste, sei es schwierig, Canola mit anderen Ölsaaten zu vergleichen. Der Markt verhindert derzeit einen weiteren Preisabschwung, bis sich die Ernte 2019 etabliert hat. Der Erntemonat August an der Euronext in Paris hingegen kann sich nicht halten und gibt seine Vortagsgewinne um 1,50 auf 362,50 €/t ab.

Palmöl: Die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sind an den asiatischen Börsen Hauptgesprächsstoff. Die Palmöl-Futures fallen um mehr als 1 Prozent am Donnerstag. Die Benchmarke für Palmöl zur Lieferung im Juli an der Malaysia Derivatives Exchange sackt auf 2.005 Ringgit/t (umgerechnet 482,90 US-$/t), der tiefste Stand in dieser Woche. Die Nachricht, dass die USA in der Nacht zum Freitag die Importzölle auf chinesische Waren um 10 auf 25 Prozent erhöht haben, dürfte die Palmölkurse enorm belasten.

Rohöl: Die Ölpreise sind am Donnerstag ebenfalls wegen des Handelsstreits unter Druck geraten. Die Nordseesorte Brent kostete 69,65 US-$/Barrel (159 Liter). Das waren 72 Cent weniger als am Mittwoch. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 97 Cent auf 61,14 US-$/Barrel. Die Rohstoffexperten der Commerzbank äußerten die Sorge, dass durch eine neue Runde von Strafzöllen die Ölnachfrage in den beiden größten Ölverbrauchsländern USA und China gebremst werden könnte.

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