Märkte am Mittag

Bärische Erwartungen an den Mais-Wasde


Die Schätzung des USDA am Donnerstag wirft ihre Schatten voraus.
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Die Schätzung des USDA am Donnerstag wirft ihre Schatten voraus.

Die Veröffentlichung des „Wasde“-Reports am Donnerstag und die wieder schwächeren Kurse an den Börsen bremsen den ohnehin schon wenig dynamischen Kassamarkt zusätzlich aus. Ein wenig Geschäft gibt es mit Futtergerste.

Makler an der Rheinschiene berichten von kleinerem Bedarfsgeschäft mit Futtergerste Richtung Westfalen und Südholland. Franko Westfalen lagen gehandelte Niveaus für vorne (September) zuletzt bei 165 €/t. Für den Termin Oktober bis Dezember wollen Käufer ebenfalls nicht mehr ausgeben als 165 €/t. In Südholland liegt der Preis für Gerste vorne bei 162 €/t, für den Termin Oktober bis Dezember liegt das Niveau bei 163 €/t. Franko Südoldenburg liegen die Preisvorstellungen für Futtergerste zum Termin Oktober bis Dezember bei 163 €/t (Brief) zu 165 €/t (Geld).

Markttendenz

Dass die Börsenkurse für Weizen sich bald erholen, erwarten die wenigsten Marktteilnehmer. Unter dem Strich sei die Bilanz global betrachtet auskömmlich, heißt es. Französischer Weizen ist zwar auf US-Dollar und Fob-Basis derzeit günstiger als russische Ware, aber noch kurbelt das nicht die Nachfrage an.



Bei Futterweizen franko Südoldenburg werden zum gleichen Termin 173,50 €/t (Geld) zu 175 €/t (Brief) genannt. Diese Spanne ist Maklern zufolge nicht zu überbrücken. Der jüngste Weizentender aus Saudi-Arabien wird von Marktteilnehmern in Deutschland eher bärisch bewertet: Aufgrund der gelockerten Importbestimmungen („bug damage“) wird das Geschäft Einschätzungen aus dem Handel zufolge verstärkt aus dem Schwarzmeerraum bedient werden. Hinzu dürften noch einige Schiffe aus dem Baltikum kommen, während deutsche Ware mit zwei bis drei Cargoes zum Zug kommen könnte.

Am Rapsmarkt findet Teilnehmern zufolge „kontinuierlich Geschäft statt“. Käufer sind allerdings aufgrund der bevorstehenden USDA-Zahlen aktuell sehr zurückhaltend. Die Prämien am Kassamarkt sind robust: „vorne fast zweistellig und für die Termine 1 bis 3 und 3 bis 6 gut zweistellig“, sagt dazu ein Marktteilnehmer.



Sojabohnen und Mais werden im Fokus stehen, wenn am Donnerstag das US-Agrarministerium (USDA) den Marktbericht „Wasde“ für September veröffentlicht. Marktteilnehmer hierzulande erwarten eher bärische Zahlen für den Maismarkt. Mit einer deutlichen Korrektur der Maiserträge rechnen Gesprächspartner aus dem Großhandel, anders als noch im August, nicht mehr. Dafür seien die aktuellen Bewertungen zu positiv ausgefallen, sagte ein Händler aus dem Nordwesten im Gespräch mit agrarzeitung.de. Das bedeutet für den morgigen Bericht: Nur eine Abwärtskorrektur der Maiserträge und eine kleinere Flächenzahl könnten den Maiskursen Auftrieb verleihen, Aufwärtskorrekturen oder einfach nur stabile Werte würden sich bärisch auswirken.

Bei Soja rechnen Marktteilnehmer fest mit einer Abwärtskorrektur der US-Erträge. Inwiefern dies die Kurse an der Chicago Board of Trade nach oben bringt, sei schwer einzuschätzen, da der Sojamarkt in den USA aufgrund des Handelsstreits zwischen Washington und Beijing stark politisch geprägt sei. Kaum bullische Impulse wird nach Einschätzung hiesiger Marktteilnehmer die USDA-Prognose für den globalen Weizenmarkt bringen. Zwar sind die Erwartungen an die australische Ernte aufgrund von Trockenheit zuletzt deutlich gesenkt worden, doch dies wird die Börse in Chicago nach Einschätzungen aus dem Großhandel nicht deutlich bewegen.

Am Mittwochmittag fällt der Dezember-Termin für Weizen an der Matif unter die Marke von 170 €/t auf 169,50 €/t. Das ist ein Verlust von 0,50 €/t gegenüber dem Vortag. Der folgende März-Kontrakt wird mit 173,75 €/t und somit 0,25 €/t schwächer bewertet. Die Kurse für Rapssaat rutschen leicht ins Minus: Der November-Future steht bei 383,25 €/t. Der Februar-Termin gibt 0,25 €/t nach und notiert bei 385,25 €/t. In Chicago dominieren derweil ebenfalls die roten Zahle. Die Futures auf Soft-Red-Winterweizen und der Sojakomplex geben nach. Der Mais-Future rettet sich lediglich für den vorderen Termin September 2019 in den grünen Bereich.

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