Märkte am Mittag

Eisbrecher im Einsatz


Eisgang auf den Kanälen fordert die Logistik heraus. Doch die Umsätze halten sich zumindest in Süddeutschland in Grenzen.

Die Getreide- und Ölsaatenmärkte werden durch die frostigen Temperaturen und den damit verbundenen Eisgang beeinflusst. Betroffen sind mittlerweile unter anderem der Elbe-Seitenkanal, der Mittellandkanal, der Küstenkanal aber auch zunehmend der Main-Donau-Kanal. Mit dem Einsatz von Eisbrechern und dem Freihalten der Schleusen unternimmt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nürnberg eigenen Angaben zufolge "alle Anstrengungen, dass die Schiffe auf dem Main-Donau-Kanal so lange wie möglich fahren können".

Markttendenz
Die Kältewelle stützt derzeit den Markt. Zumindest hierzulande soll sich Väterchen Frost aber am Wochenende verabschieden. Ob dann die Kurse sofort nachgeben, ist schwer absehbar. Denn: Die Folgen regionaler Kahlfröste zeigen sich erst mit Verzögerung.
Die Getreideumsätze am süddeutschen Getreidemarkt bleiben indessen verhalten. Vor allem die Käufer halten sich weitgehend bedeckt. Selbst bestehende Weizenkontrakte werden oft nur recht zögerlich abgewickelt. Vereinzelte Anfragen nach Backweizen dienen vornehmlich der Orientierung. Frachtfrei südbayerischer Empfangsstation wird für Brotweizen mit 12 Prozent Protein aktuell 160 bis 161 €/t genannt. A-Weizen wird franko mit 163 bis 164 €/t bewertet. 

Premiumweizen ist nahezu gänzlich vernachlässigt. Die Prämien für Qualitätsweizen sind teilweise enttäuschend. Dabei besteht seitens des Handels durchaus eine gewisse Verkaufsbereitschaft für Brotgetreide. Allerdings gibt es oft genug noch Differenzen zwischen Geld- und Briefkursen beim Backweizen. Dies verhindert häufig ernsthafte Verhandlungen. Das Kaufinteresse italienischer Abnehmer hat sich zuletzt ebenfalls weiter verringert.

In der gesamten EU gibt es noch immer einen nennenswerten Exportüberschuss, der sich auch am hiesigen Markt auswirkt. Die unverkauften Vorräte in der Landwirtschaft sind gegenwärtig nur schwer einzuschätzen.

Kahlfröste bereiten Bauern Sorgen

Die Aufmerksamkeit der Bauern gilt derzeit den Witterungsverhältnissen. Sorge bereiteten zuletzt regional die Kahlfröste. Dies erschwert teilweise auch Gespräche über die neue Ernte. Während Futterweizen meist nur wenig Beachtung findet, zeigt sich der Markt für Wintergerste durchaus stabil. Hier und da ist die Futtermittelindustrie sogar bereit, etwas höhere Forderungen zu akzeptieren Ab süddeutscher Station notiert Futtergerste relativ breit mit 63/64 kg/hl zwischen 144 bis 152 €/t. Es gibt gelegentlich auch Anfragen aus Südoldenburg sowie aus den Beneluxstaaten.  

An der Matif notiert Weizen durch die Bank 1 €/t schwächer als am Vortag. Der Frontmonat März wird mit 166,25 €/t bewertet, der folgende Mai-Kontrakt mit 167,75 €/t. Der Frontkontrakt Mai für Raps an der Pariser Börse gibt 0,50 €/t nach auf 357 €/t. In Chicago tendieren die Weizen-Futures uneinheitlich, während Mais und der Sojakomplex grüne Zahlen schreiben.

 

stats