Eiweißseminar

Eiweißalternativen müssen sich mit Soja messen lassen

Alternative Eiweißlieferanten müssen sich am Sojaextraktionsschrot messen lassen, so eine Botschaft auf dem Eiweißseminar.
dg
Alternative Eiweißlieferanten müssen sich am Sojaextraktionsschrot messen lassen, so eine Botschaft auf dem Eiweißseminar.

Körnerleguminosen sind pflanzenbaulich eine hochwertige und ökonomisch konkurrenzfähige Alternative zu den Hauptkulturarten. In der Tierfütterung bleibt ihr Einsatz eine Herausforderung.

Beim Umdenken hinsichtlich der Fruchtfolgestaltung und der steigenden Nachfrage nach einheimischem Eiweiß bieten Körnerleguminosen eine Alternative für die Landwirtschaft. Darauf wies Petra Zerhusen-Blecher von der Fachhochschule Soest auf dem gemeinsamen „Eiweißseminar“ von topagrar, agrarzeitung und agrarfax in Bad Zwischenahn hin. Die Wachstumsansprüche der einzelnen Früchte sind allerdings zu berücksichtigen. Eine vorausschauende Planung der Vermarktung über den Handel oder eine gezielte inner- oder zwischenbetriebliche Verwertung vor dem Anbau von Ackerbohne und Erbse empfiehlt die Expertin. Ertrag und Preis bestimmen über den ökonomischen Erfolg. Die Produktionskosten schätzt sie eher konstant ein.

Eiweißseminar: Soja bleibt die Nummer 1




Bei der Verfütterung von alternativen Eiweißträgern zum Sojaextraktionsschrot (SES) müssen sich die  Alternativen am SES messen lassen. Das gab Prof. Dr. Gerhard Bellof von der Hochschule  Weihenstephan- Triesdorf auf der Veranstaltung zu bedenken. SES kann als alleiniges Eiweißfuttermittel in der konventionellen Rinder-Schweine und Geflügelfütterung eingesetzt werden. Die Alternativen sollten ebenfalls „universell“  einsetzbar sein und am Markt gut verfügbar sein. Auch eine Preiswürdigkeit ist für alternative Produkte notwendig, ergänzte Bellof auf dem Seminar. Eine Ergänzung mit Aminosäuren ist häufig notwendig. Bellof sieht einen Lösungsansatz in der Kombination verschiedener alternativer Eiweißfuttermittel.

Zita Maria Lenfert, Referentin Nachhaltigkeit von der Rewe Group wies darauf hin, dass bei einem Verbrauch von 32 Mio. t Sojabohnen in der EU 29 Mio. t importiert werden. Lediglich 2,8 Mio. t werden in der EU produziert. Größte Anbaunation ist Italien mit knapp 1,0 Mio. t. Die Rewe Group setze sich im Forum „Nachhaltigere Eiweißfuttermittel“ für den Anbau von mehr Körnerleguminosen und deren stärkerer Wettbewerbsfähigkeit ein. Mehr heimische und europäische Eiweißfuttermittel sollten in der Fütterung eingesetzt werden. Zudem sollten nachhaltigere Eiweißquellen als Alternativen zu importiertem, nicht nachhaltig zertifiziertem Soja, gestärkt werden.

2 Kommentare

  1. agricola pro agricolas
    Erstellt 6. November 2019 12:07 | Permanent-Link

    Eine klassische Veranstaltung mit leider auch traumtänzerischen Vorstellungen:

    Wenn man sich vergegenwärtigt, wie viele dieser Art inhaltlich es an exponierter Stelle gibt, erübrigt sich die Frage beinahe schon, warum die landwirtschaftliche Urproduktion in Deutschland in einer derzeitigen Misere auch fortwährend verhaftet bleiben wird. - Auf welchem Planeten cruisen diese geistige Eliten umher? Sie fordern in Zentraleuropa den Ausbau einer nachhaltigen Eiweißstrategie, die konkurrenzfähig ist zum Anbau in Amerika, insbesondere derer in Lateinamerika; bestenfalls produzieren wir das heimische Eiweiß sogar noch billiger als dort!

    Daraus darf/muss man also nachstehend durchaus sehr kritisches Resümee ziehen:

    Jeder deutsche Bauer soll genauso rücksichtslos produzieren wie eben diese Landbarone in Südamerika? Haben obige Referenten sich sachlich vergeistigt, dass unter Bolsonaro diese Agrarbarone Zentralamazonien angezündet und damit unsere ganze Atmosphäre belastet haben? Die dortige Brandsaison scheint jetzt abzuklingen. In den obigen Seminarräumen scheint jedoch noch nicht angekommen zu sein, dass es jetzt allerdings im Pantanal noch weitaus schlimmer brennt. Weiß man nicht um die sozialen Spannungsfelder, Unruhen in Lateinamerika, Aufstände der Hälfte der Bevölkerung jener sprichwörtlichen Habenichtse!? Warum sieht Deutschland/Europa sich da nicht verantwortungsbewusster in einer sozialen Pflicht, weiter eher Mitverantwortung!? Fragt man sich nicht, ob nicht auch der Geist obiger Veranstaltung solche Missstände ignoriert, sogar unbewusst forciert. - UNSERE PRINZIPIELLE GRUNDHALTUNG(!) muss sich spürbar verändern!

    Auf dieser in Rede stehenden verbrannten Erde, die der idigenen Bevölkerung gehört, wird künftig Soja fast ausschließlich für Zentraleuropa angebaut. Haben Moral und Ethik in einer modernen hochtechnologisierten reichen Industrienation Deutschland ihre Daseinsberechtigung vollkommen verloren!? Wie viele junge Indianer, die sich dem vorstehenden Ansinnen mutig zur Verteidigung von eigenem Grund und Boden erst in den letzten Wochen mutig in den Weg stellten, wurden brutal erschossen, mussten für ihren verzweifelten Kampfesmut ihr Leben opfern? Dazu gab es aufklärende Presseberichte. Wie viel Achtung für ein jedes dieser einzelnen idigenen Leben zollen wir hierzulande, wenn man voraussetzt, dass ein deutscher Bauer mit diesen blutbefleckten Sojabohnen in Konkurrenz treten muss; dabei perverserweise ein Drittel unserer Erzeugnisse das Wegwerfpotential für die Biotonne haben, ohne jemals einen Teller zu sehen!?

    Kein Ton war zu vernehmen, welchen riesigen Markt die deutschen Bauern alternativ mit solchen heimischen Eiweißprodukten -quasi direkt vor unserer Haustür, selbst in sämtlichen deutschen eigenen „vier Wänden"- bedienen könnten.
    Die OPEC hat erst dieser Tage eine Prognose veröffentlicht, dass noch im Jahr 2040 der Anteil von Erdöl im Energiemix bei ca. 28% angesiedelt sein wird; demnach für uns Bauern als effiziente Ölproduzenten und gleichzeitig übrigens auch selbst große Verbraucher (ca. 100 Liter/ha/per anno). Dieser agrarische Treibstoff wäre klimaneutral, wirkte eher sogar CO2-reduzierend in der Atmosphäre. Warum verteufelt man diese Absatzwege augenscheinlich noch immer, lehnt selbige strikt ab!?

    Noch nicht einmal ein entsprechendes Vermarktungssystem müsste geschaffen werden, wo doch bereits ein gigantischer Markt existiert. Die ältesten Selbstzündermotoren verdauen unsere Bauernöle problemlos und das ganze auch noch umweltschonend. - Finde den Fehler, warum man sich das nicht zunutze machen möchte! Zumindest zur Erkenntnis, dass wir Bauern neue Absatzwege benötigen, ist der eine oder andere Referent bereits erstarkt. Der Fortschritt? Eine Infra- und Verteilungsstruktur bis ins wirklich letzte „Kuhdorf“ funktioniert bestens..., aber!?

    Würden wir aus unseren heimischen Eiweißlieferanten Energie erzeugen, wovon wir jedenfalls allseits unbestritten gigantische Mengen benötigen -auch in der Zukunft- wären damit einhergehend so einige weltweite Horrorszenarien im Agrarumfeld von heute auf morgen zumindest eingedämmt.

    Ich bin enttäuscht, dass man ganz offensichtlich noch immer nicht bereit ist, die Hand zu beißen, die sehr viele noch immer äußerst einflussreich füttert! - Sämtliche grünen Bauernkreuze entlang unserer Straßennetze -bundesweit mittlerweile- grünen Bauernbänder, bildreich beeindruckend friedliche Bauerndemos in unseren urbanen Räumen sind damit vollkommen sinnlos, eine Farce!!!

  2. Michael Schneider
    Erstellt 7. November 2019 19:34 | Permanent-Link

    Die Deutsche Eiweißstrategie verläuft sich im tierschändlichen Nichts, weniger Leistung die Verbraucher solls zahlen.
    Suche Veredelungslandwirte die diesen Müll satt haben. Eiweißersatz geht auch ganz Anderst.

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