Märkte am Mittag

Mühlen fehlt die Kühlung


Trockenheit und Hitze erschweren die Binnenschifffahrt. Schiffe können wegen Niedrigwasser nur wenig Ware transportieren. Zudem müssen Verarbeiter ihre Produktion drosseln.

Bei Wassertemperaturen von 25 Grad Celsius kommen Ölmühlen, Mühlen und Mischfutterwerke in Bedrängnis. Eine ausreichende Kühlung durch das Wasser ist nicht mehr sichergestellt. Deshalb könnte in manchen Werken die Produktion gedrosselt werden.
Aber auch der Warentransport von beispielsweise Raps und Rapsschrot stockt. Denn der Pendelverkehr wurde wegen des Niedrigwassers eingeschränkt. Werden sonst zwei Pendelschiffe mit jeweils 500 t zu Verarbeitungsbetrieben eingesetzt, könnnen diese derzeit nur 200 t transportieren. Pro Pendelgang fehlten 600 t, beschreibt ein Marktteilnehmer die Situation. Die Kleinwasserzuschläge sind sehr hoch. Sie müssen vom jeweiligen Empfänger der Ware in der Kette bezahlt werden. Prompte Lieferungen von Rapsschrot sind meist nur in LKW und in Absprache mit dem Handel möglich. Die für die kommenden Tage angekündigten Niederschläge dürften die Niedrigwassersituation kaum entschärfen. Aber wenigstens könnte es zu einer Abkühlung der Gewässer führen und die Verarbeitung in den Werken ankurbeln.

Die Statistikabteilung des Agrarministeriums in Paris (Agreste) hat die Rapsernte in seiner aktuellen Schätzung bei unverändert 4,6 Mio t für 2018/19 veranschlagt. Damit bleibt es bei einem Rückgang von 14 Prozent. Die Kurse an der Euronext reagieren darauf und legen am Mittwoch mittag um 1,50 auf 384,75 €/t zu. Auch der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) bestätigt heute seine niedrige Rapsernte von 3,5 Mio. t in Deutschland.

Der Weizenmarkt in Paris ist vor allem für den Dezembertermin von hohen Umsätzen gekennzeichnet. Zum Mittag notiert der Dezember leicht niedriger als am Vortag bei 216 €/t.

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