Märkte am Mittag

Freie Ware ist die Unbekannte


Der Kassamarkt behält den nachweihnachtlichen Schlendrian bis auf kleinere Geschäfte bei. Käufer rätseln darüber, wie viel Getreide überhaupt noch ohne weiteres zu haben ist.

Während sich die Agrarkurse an den Börsen in Chicago und Paris überwiegend freundlich präsentieren, läuft der Handel am Kassamarkt eher in überschaubaren Bahnen. Sowohl bei Weizen als auch bei Raps berichten Marktteilnehmer entlang der Rheinschiene von kleineren Geschäften; große Deckung muss derzeit offenbar kein Käufer vornehmen.

An der Rheinschiene in Nordrhein-Westfalen berichten Marktteilnehmer von kleineren Partien, die für vordere Termine in Richtung Mühlen gehandelt wurden. Generell gelten die Mühlen in Westfalen als besser versorgt als ihre Wettbewerber entlang der Rheinschiene, was aber nicht unüblich ist. Im Großen und Ganzen gelten die Mühlen bis einschließlich März als gut versorgt; ab April soll wieder Bedarf bestehen.

Am Niederrhein liegen die Prämien für B-Weizen franko/cif derzeit bei rund 10 €/t über dem Matif-März-Future, der am Dienstagmittag mit 206,25 €/t und damit 10 €/t über dem Vortagesniveau bewertet wird.

Markttendenz
Der Ölsaatenmarkt blickt mit Spannung auf die Verhandlungen zwischen US-Präsident Trump und seinem chinesischen Gegenspieler Xi Jinping. Die USA und China haben zwar für das erste Jahresquartal eine Art Waffenruhe im Handelsstreit vereinbart, doch die aktuellen Gespräche sollen die weitere Richtung vorgeben. Marktteilnehmer versprechen sich davon Einsichten, ob China weiter und in höherem Umfang US-Soja importieren wird - oder eben nicht. Gleichzeitig sorgt der Haushaltsstreit in den USA für eine gewisse Impulslosigkeit, da das US-Agrarministerium wichtige Marktdaten nicht veröffentlicht. Auch der für kommenden Freitag geplante "Wasde"-Report wird nach derzeitigem Kenntnisstand entfallen.
Die Mischfutterindustrie ist über Importware kurzfristig noch komfortabel eingedeckt, heißt es. Mischer in Holland sind derzeit gut versorgt, berichten Makler. In Westfalen halten sich die größeren Verarbeiter aktuell zurück; hofnahe Mischer hingegen zeigen hier und da dem Vernehmen nach Bedarf.

Derzeit treibt Händler und Verarbeiter die Frage um, wie viel freie Ware am deutschen Kassamarkt noch verfügbar ist. Die Sommerdürre sowie die mit ihr einhergehende Hochpreisphase im Sommer haben viele Verkäufer zu nutzen gewusst. Gleichzeitig hat die lang anhaltende Niedrigwasserphase die Logistik derart durcheinander gewirbelt, dass derzeit schwer einzuschätzen ist, wie viele Marktteilnehmer auf Lkw-Ware umgeschichtet oder Kontrakte zeitlich verschoben haben.

Am Rapsmarkt geht es derzeit nach Angaben von Marktteilnehmern ebenfalls ruhig zu. Die Preise für Pflanzenöl haben nachgegeben, sodass auch die Verarbeitungsmargen für die Ölmühlen nicht so attraktiv seien. Daher halten sich die Verarbeiter mit Käufen zurück. Am Oberrhein ist von vereinzelten, kleineren Geschäften mit Raps Richtung Handel zu hören, die über dem Prämienniveau der Mühlen liegen.

Rapssaat an der Matif wird am Dienstagmittag mit 367,75 €/t bewertet, und damit 0,75 €/t über dem Niveau des Vortages; der folgende Mai-Kontrakt liegt mit 368 €/t ebenfalls im Plus. Rapssaat franko Mannheim wird im April/Mai mit 377 €/t bewertet.

 

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