Märkte am Mittag

Für die Herbstaussaat wird es eng


In Niedersachsen bleiben viele Flächen unbearbeitet, weil die Böden zu nass sind. Der Kassamarkt für Futtergetreide hat sich vom Börsengeschehen komplett abgekoppelt.

Markttendenz

Die stetige Nachfrage der Mischfutterindustrie stützt den Weizenmarkt trotz rückläufiger Börsennotierungen.



An den Börsen in Paris und Chicago sind die Weizennotierungen heute Morgen erneut leicht rückläufig. Die Verluste bleiben aber mit einem halben Cent an der CBoT und 25 Cent an der Matif klein. In Chicago steht der Dezember mittags bei 4,22 US-$/bushel. In Paris notiert Weizen bei 157,50 €/t auf dem tiefsten Stand seit Ende August.

Auf den Kassamarkt in Niedersachsen haben die schwankenden Börsenkurse seit Wochen praktisch keinen Einfluss. Der Futtergetreidemarkt in Südoldenburg bleibt bestimmend für das Preisniveau in der Region. Weizen wird weiter auf einem stabilen Preisniveau stetig nachgefragt. Auch Futtergeste bleibt gesucht. Auf die niedersächsischen und westfälischen Brotmühlen wird nur wenig Ware gehandelt, weil auf dem aktuellen Preisniveau die Offerten fehlen.

Für Futterweizen müssen die Mischfutterproduzenten in Südoldenburg und Westfalen bei Lieferungen im Dezember 175,00 €/t anlegen, das entspricht einer Prämie auf die Matif von 17,50 €. Futtergerste bleibt mit 168,00 €/t relativ teuer. Das geringe Angebot stützt den Preis.

Die Herbstaussaat kommt in weiten Teilen Niedersachsens nur schleppend voran. Raps, Gerste und früher Weizen sind noch unter halbwegs passenden Bedingungen gedrillt worden. Allerdings müssen auf vielen Feldern die Herbizid-Behandlungen ausfallen, weil die Böden nicht befahrbar sind. Auf den noch nicht bestellten Flächen ist wegen der anhaltenden Niederschläge eine Aussaat kaum möglich. Zum Teil steht noch Mais auf den Feldern, auch die Kartoffel- und Zuckerrübenernte ist noch nicht abgeschlossen. Weil auch für die kommenden 14 Tage regnerisches Wetter vorhergesagt wird, fällt die Herbstbestellung auf vielen Flächen wohl aus, denn das Aussaatfenster schließt sich ab Mitte Dezember. Ein spürbarer Rückgang der Winterweizenfläche wäre die Folge.

Auch die Ölsaatenmärkte können heute die Stimmung nicht aufhellen. Raps verliert in Paris 75 Cent auf 374,50 €/t. In Chicago geben Sojabohnen um 1,5 Cent 9,88 US-$/bushel nach.

 


 

 

 

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