Märkte am Mittag

Gerste teurer als Weizen

Saudi-Arabien geht auf Einkaufstour und weckt Preisfantasien am Gerstenmarkt. Bei Weizen laufen die Geschäfte unterdessen auf Sparflamme.

Während die Geschäfte mit Weizen am deutschen Kassamarkt eher auf Sparflamme laufen, ist die Nachfrage nach Gerste rege. Das berichten übereinstimmend Händler und Makler aus Norddeutschland im Gespräch mit agrarzeitung.de. Die Nachfrage folgt auf einen erneuten Tender aus Saudi-Arabien zum Wochenende, in dem das Königreich Agenturberichten zufolge rund 960.000 t Futtergerste kaufen wollte.

Gesucht ist die Ware für den Lieferzeitraum April bis Mitte Mai. „Aber das ist nicht alles. Es wird noch ein zweiter Tender folgen für den Lieferzeitraum Mitte Mai bis zweite Hälfte Juni, und vorbereitend dafür gibt es auch schon Nachfrage“, berichtet ein Marktteilnehmer.

In der Folge ist Gerste in Hamburg teilweise schon teurer als Brotweizen, aber mindestens preislich auf gleicher Höhe. Während B-Weizen, franko Hamburg, Basis Februar, mit einer Prämie von 4 bis 6 €/t über dem Matif-März, also Stand Montagmittag mit 164 €/t (Geld) zu 166 €/t (Brief) bewertet wird, lagen gehandelte Niveaus für Gerste zuletzt bei mindestens 165 bis 166 €/t. „Darunter geht gar nichts“, schätzt ein Händler die Lage ein.

Markttendenz

Die Gerstenkurse haben angesichts der relativ knappen Verfügbarkeit von Futtergerste hierzulande noch Luft nach oben. Weizen verharrt in der Seitwärtsbewegung.

Bilanz ist eng

Abgeber sind bei Gerste dem Vernehmen nach verhalten. Zum einen schlicht deshalb, weil es nicht mehr viel Ware gibt. „Die Gerstenbilanz war eng und die Gerstenbilanz bleibt eng“, heißt es dazu aus dem Markt. Zum anderen, weil die Abgeber angesichts der knappen Bilanz auf weiter steigende Preise setzen.

Gemessen daran herrscht am Weizenmarkt nach Schilderung von Maklern „tote Hose“. Exportnachfrage ist demnach weiterhin Fehlanzeige.

An der Matif bewegen sich die Kurse für Mahlweizen am Montagmittag mit freundlicher Tendenz seitwärts. Der Fronttermin März wird mit 160 €/t bewertet, das sind 0,50 €/t mehr als am Freitag. Der folgende Mai-Kontrakt liegt bei 161,50 €/t und ist damit ebenfalls 0,50 €/t fester als am Freitag. Raps zum Frontmonat Mai legt 1,25 €/t zu auf 351,50 €/t. In Chicago schwächeln Weizen, Mais und der Sojakomplex.

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