Export

Gerste weckt Preisfantasien


Andreas Fitschen/LWK Niedersachsen

Der Weizenmarkt befindet sich aktuell in einer freundlichen Seitwärtstendenz. Bei Gerste erwartet der Handel künftig größeres Exportgeschäft.

Am Mittwochmittag bewegt sich der Future für Mahlweizen an der Matif zum Termin März bei 161,50 €/t seitwärts. Der Pariser Raps-Future zum Frontmonat Februar legt um 0,50 €/t gegenüber dem Vortag auf 359,25 €/t zu. In Chicago tendieren die SRW-Weizen-Futures freundlich, auch der Mais schreibt grüne Vorzeichen. Die Sojabohnen-Futures hingegen schwächeln.

Markttendenz
Bei Weizen lassen die fundamentalen Daten derzeit keine Preissprünge zu. Die wesentlichen Fakten zu Angebot und Nachfrage sind bekannt, daher rechnen Marktteilnehmer mit einer Seitwärtsbewegung der Börsenpreise. Gerste hingegen erfährt steigende Nachfrage aus dem internationalen Markt.
Am deutschen Kassamarkt haben Händler zu Beginn des Jahres ein größeres Interesse vor allem an A-Weizen, aber auch an B-Weizen franko Hamburg verzeichnet. Der eine oder andere Großhändler musste noch Deckung vornehmen für bestehende Kontrakte im Export, die nun abgerufen wurden. In dem Zusammenhang sprechen Marktteilnehmer über Prämien von 9 bis 11 €/t auf B-Weizen. B-Weizen franko Hamburg Basis Februar ist dem Vernehmen nach mit 164,75 €/t belaufen. Bei Futterweizen franko Oldenburg bewegen sich derweil die Notierungen mit 173 bis 174 €/t für den Termin Januar bis März seitwärts.

China für Futtergerste am Markt

Während Marktteilnehmer künftig wenige Impulse für steigende Weizenpreise sehen, weckt der Gerstenmarkt Preisfantasien. Exporteure in Frankreich profitieren von einer steigenden Nachfrage nach Futter- und Braugerste aus China. Für Mischer in der Volksrepublik ist derzeit der Einsatz von Gerste als Alternative zu Mais attraktiv, der am chinesischen Markt vergleichsweise teuer ist. Frankreich wird nach Angaben von Großhändler voraussichtlich ab Februar Futtergerste nach China liefern; im Nachbarland sind entsprechend auch schon die Gerstenpreise gestiegen.

Deutschland kann derzeit keine Gerste nach China liefern, da dafür das phytosanitäre Abkommen fehlt. Vom Chinageschäft würden hiesige Exporteure also indirekt profitieren. Davon einmal abgesehen stellen sich deutsche Händler auf steigende Nachfrage im Gerstenexport ein. „Das ist insofern brisant, da die unverkauften Mengen an Gerste in der Landwirtschaft anders als bei Weizen klein sind“, sagte ein Marktteilnehmer zu agrarzeitung.de. Futtergerste franko Hamburg Basis Januar wird aktuell mit 154 bis 155 €/t bewertet.

US-Flächenbericht im Fokus

Darüber hinaus richtet sich der Blick am Markt auf Veröffentlichungen des US-Agrarministeriums USDA am Freitag. Während der monatliche Marktbericht Wasde nach Meinung von Marktteilnehmern wenig Überraschungen bereithalten dürfte, werden die vierteljährlichen Prognosen zur Weizenanbaufläche in den USA, die das USDA zeitgleich veröffentlicht, viel Beachtung finden. Analysten erwarten, dass das Ministerium eine kleinere Winterweizenfläche als bisher erwartet ausweisen wird, aber dafür ein größeres Areal mit Sommerweizen.

Seit Montag lässt der US-Börsenbetreiber CME Group, zudem auch das Chicago Board of Trade gehört, sogenannte Block Trades für alle Agrar-Futures zu. Dabei handelt es sich um Großgeschäfte beispielsweise für Gertreide, die zwar nicht über die Börse angebahnt, aber über die Börse abgewickelt werden. US-Getreidehändler fürchten, dass diese Geschäfte zulasten der Markttransparenz gehen können, da die dahinterstehenden Kaufgesuche nicht über die Börse laufen. Händler hierzulande  wollen das Thema beobachten, sind aber unaufgeregt.  

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