Märkte am Mittag

Gerüchte über Manöver bei Gerste


Den Preisrutsch bei Gerste soll ein großer Händler provoziert haben, lautet ein Gerücht. Dass die EU jetzt offiziell Strafabgaben für argentinischen Biodiesel erhebt, lässt den Rapsmarkt kalt.

Der Weizen-Future an der Matif tendiert am Mittwochmittag zwar leicht freundlich, aber große Sprünge nach oben sind nicht drin. Der Weizen-Future zum Frontmonat März notiert gegen 13 Uhr mit 202 €/t und damit 0,50 €/t fester als am Vortag. Der folgende Mai-Termin liegt 0,50 €/t im Plus bei 203 €/t. Die neue Ernte zum Termin September 2019 bewegt sich bei 185,50 €/t mit 0,50 €/t nach oben. Raps in Paris liegt dagegen in den roten Zahlen und wird mit 368,75 €/t zum Fronttermin Mai bewertet, das sind 1,25 €/t weniger als am Vortag. In Chicago legen die Weizen- und Sojabohnen-Futures leicht zu, während Sojaschrot und Sojaöl rote Zahlen schreiben.

Am Montag hatte der Weizen-Future in Paris den schwächsten Wert seit mehr als zwei Monaten erreicht. Die Marke von 200 €/t rückt näher. Frage ist nun, wie lange der Future sich über diesem psychologisch wichtigen Wert halten wird. Auch auf dem Börsentreffen „Hannoversches Braunkohlessen“ am Dienstag haben Marktteilnehmer diskutiert, inwieweit der Markt jetzt einen nachhaltigen Abwärtstrend eingeschlagen hat.

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die Abwärtsbewegung bei Gerste. Gerste cif Holland Großfahrwasser wird aktuell mit 194 €/t für den Termin März bis Juni bewertet.  Anfang des Jahres lag dieser Preis noch bei rund 220 €/t. Marktteilnehmern zufolge soll ein großer Händler aus dem Konzert der A,B, C, D und G hohe Mengen Gerste auf den Markt bringen und diesen so unter Druck setzen. „Vielleicht will man den Markt jetzt künstlich auf Talfahrt schicken, um dann in Erwartung an den Tender für Gerste aus Saudi-Arabien günstig ein- und wieder verkaufen zu können“, mutmaßte ein Marktteilnehmer im Gespräch mit agrarzeitung.de.

Preisrutsch bei Gerste drängt Mischer an die Seitenlinie

Der Weizenpreis an der Matif nähert sich zwar auch der 200-Euro-Marke, doch den Markt sehen einige Beobachter hierzulande noch gestützt dadurch, dass Frankreich seit Jahresbeginn wieder Ware nach Ägypten absetzen konnte. Das gilt als freundlich für den gesamten EU-Weizenmarkt. Unterdessen ist die  neue Weizenernte am Kassamarkt zwar immer mal wieder Gesprächsthema, wird aber kaum gehandelt. Ansonsten sind die Mühlen seit Wochen nicht wirklich am Markt. Die Mischfutterindustrie hält sich seit dem Preisrutsch bei Gerste mit Käufen zurück.  

Markttendenz
Manch einer munkelt über einen grundsätzlichen Abwärtstrend am Getreidemarkt. Doch da scheiden sich die Geister. Für den EU-Weizenexport gibt es auch optimistische Vorzeichen. Die sehen Beobachter darin, dass Frankreich seit Jahresbeginn zwei Mal beim Ägypten-Tender zum Zug gekommen ist.
Für den EU-Rapsmarkt gibt es unterdessen insofern Rückenwind, als ab diesem Mittwoch für argentinische Biodiesel-Lieferungen in die EU Antisubventionszölle gelten, die zwischen 25 und 33,4 Prozent betragen. Damit hat sich die EU-Biodiesel- und Ölsaatenwirtschaft zwar mit ihrem Anliegen durchgesetzt, gegen aus ihrer Sicht zu günstige Biodieselexporte dieser Herkunft vorzugehen. Doch da sich die EU auf einen Vergleich eingelassen hat, zweifeln Marktteilnehmer die Wirksamkeit dieser Zölle an.

Bunge, Cofco und Cargill entgehen Strafzöllen

Dem Vergleich zufolge müssen Exporteure, die für ihren Biodiesel einen Mindestpreis einhalten, keine Strafzölle zahlen. Das gilt für ein Kontingent von 1,2 Mio. t Biodiesel jährlich, wovon pro Quartal maximal 37 Prozent in die EU geliefert werden dürfen. Der Mindestpreis errechnet sich anhand von monatlichen, auf den Soja-Futures in Chicago basierten Durchschnittspreisen, wird rückwirkend für das jeweilige Folgequartal festgelegt. Marktteilnehmer in Europa befürchten, dass Argentinien sich so einen vergleichsweise hohen Festpreis und somit einen Marktvorteil sichert. Für acht argentinische Biodieselhersteller gilt laut Bekanntmachung des EU-Amtsblattes von Dienstag die Mindestpreisregelung, darunter Unternehmen der Konzerne Cargill, Bunge und Cofco.

Am deutschen Kassamarkt haben die Ölmühlen den Crush zurückgefahren, gleichzeitig sind viele Importe aus der Ukraine reingekommen. Daher sehen Marktteilnehmer kein Aufwärtspotenzial für die Rapspreise.

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  1. EU-Bauer Klaus1618
    Erstellt 13. Februar 2019 15:56 | Permanent-Link

    "Gerüchte über Manöver bei Gerste" - Bitte belehren Sie mich; war das jemals anders!? Daran stört sich doch kein Mensch; nicht gestern, heute und wohl auch in Zukunft nicht...

    Agribusiness as usual. Jetzt dürfen alle eifrig raten, wer hier die peinlichen Rennhäschen mimen darf!?

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