Märkte am Mittag

Hoffen auf Bodenbildung


Die Weizenkurse in Paris haben noch Luft nach unten. Sollten die Kassapreise nicht bald einen Boden finden, fürchten Marktteilnehmer um eine völlige Erlahmung der Abgabebereitschaft.

Am Donnerstagmittag setzt sich die Abwärtsbewegung bei den Weizenkursen an der Pariser Börse fort. Der September-Kontrakt für Mahlweizen verliert 0,50 €/t und wird mit 165,50 €/t bewertet. Der folgende Dezember-Termin gibt 0,25 €/t nach und liegt bei 169,50 €/t. Die Pariser Rapsnotierungen bewegen sich zum Frontmonat November bei 379,75 €/t seitwärts, während der folgende Februar-Termin 0,25 €/t nachgibt auf 380 €/t. In Chicago geben die Futures auf Soft-Red-Winterweizen ebenfalls nach und Sojaöl dreht auch in die roten Zahlen, während die Futures auf Mais, Sojabohnen und –schrot sich von ihrer freundlichen Seite zeigen.

Am Kassamarkt für Getreide lähmen die weiter schwächelnden Börsenkurse für Weizen das ohnehin schon zähe Geschäft. Von Mühlenseite herrscht Nachfrageflaute, weil Mehlgeschäft fehlt, heißt es von Maklern aus dem Westen. Landwirte haben sich weitestgehend zurückgezogen, berichten auch Marktteilnehmer aus dem Norden. In Erfasserkreisen gibt es erneut das Problem, dass Ware deutlich teurer in die Bücher genommen wurde als sie jetzt wieder veräußert werden kann. „Gerade bei Gerste ist das ein Problem“, sagen Makler im Gespräch mit agrarzeitung.de. 

Wenn Aktivität herrscht, dann höchstens und sehr überschaubar auf Seiten der Mischer. Für Futterweizen sind bessere Preise zu erzielen als für B-Weizen in Hamburg. Bezahlte Niveaus für Futterweizen franko Südoldenburg liegen für den Termin September bis Dezember bei 176 €/t, also gut 7 €/t über dem Matif-Dezember-Kontrakt. Käufer würden für B-Weizen franko Hamburg Basis September eine Minusprämie von 2 €/t anlegen, während die Briefkurse auf einem Niveau mit dem Matif-Kurs („even Matif“) liegen. Im aktuell zähen Markt ist diese Differenz zwischen Geld und Brief kaum zu überbrücken. In Südholland liegt der Preis für Futterweizen bei 172 €/t, in der Mitte Hollands bei 175 €/t.

Marktteilnehmer sehen momentan keine Luft nach oben für den Weizenmarkt. Da Frankreich nach einer großen Ernte unter enormem Exportdruck stehe, dürften ihrer Einschätzung nach auch die Matif-Kurse weiter schwächeln. In Deutschland selbst sollte allerdings bald eine Bodenbildung erfolgen – „weil sonst überhaupt keine Abgabebereitschaft mehr aufkommt“, sagt ein Marktteilnehmer.

 

Markttendenz

Die Matif-Kurse sehen Marktteilnehmer erst einmal weiter nachgeben. Die Notierungen werden stark vom französischen Markt beeinflusst, und der muss im globalen Wettbewerb preiswürdig bleiben, um den hohen Exportüberschuss abzubauen. Am deutschen Kassamarkt wird auch in dieser Saison Futterweizen die Preisrichtung vorgeben.

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