Märkte am Mittag

Mais hält Weizenmarkt in Schach


Preisgünstige Importware bestimmt den Handel mit Futtergetreide in Nordwestdeutschland. In Südamerika läuft die Maisaussaat ohne Probleme.

Der Handel mit Futterweizen beschränkt sich zu Beginn der Woche auf Kleinstmengen. Geldkurse werden von den wenigsten Konsumenten geboten und auch die Verkäufer tun sich mit Offerten schwer. Weizen hat in den Futtermischungen derzeit einen schweren Stand. In Brake können die Futtermühlen für den Termin Oktober bis Dezember für weniger als 180 €/t europäischen Mais einkaufen, sodass sich in Südoldenburg Franko-Preise von unter 190 €/t ergeben. Unter diesen Vorzeichen haben Briefkurse für Weizen von 216 €/t keine Chance. In den niederländischen Häfen werden zudem weitere Schiffe mit Futterweizen erwartet, die die CIF-Kurse am Rhein drücken.

Markttendenz

Das umfangreiche Maisangebot und Weizenimporte lassen derzeit wenig Spielraum für steigende Futtergetreidepreise. Lediglich Gerste bleibt knapp und bietet den Verkäufern Chancen.


Hinzu kommt, dass auch Sojaschrot relativ günstig ist. Dies führt dazu, dass Weizen in den Mischungen so weit wie möglich durch Mais ersetzt wird. Gerste kann sich dagegen als unverzichtbarer Bestandteil gut behaupten, das aktuelle Geschehen beschränkt sich allerdings auf die Kontraktabwicklung. Der im August teuer eingekaufte Futterweizen für die Herbst- und Wintertermine wird von den Verarbeitern nur zögerlich abgerufen. Im Handel rechnet man deshalb damit, dass die Nachfrage auch in den kommenden Wochen klein bleiben wird und nur wenig Anlass besteht, auf anziehende Preise zu hoffen.

An dem weltweit komfortablen Maisangebot scheint sich kurzfristig nichts zu ändern. In Südamerika sind die Bedingungen für die Aussaat gut. Die Beratungsorganisation AGRural meldet, dass bis zum vergangenen Donnerstag in der Mitte und im Süden Brasiliens bereits 33 Prozent der Maisfelder bestellt wurden, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr und 7 Prozent mehr als im fünfjährigen Durchschnitt. In Argentinien war die Maisaussaat am vergangenen Mittwoch nach Berechnungen der Getreidebörse in Buenos Aires zu knapp 11 Prozent beendet und liegt damit im Plan. Regenfälle haben in der vergangenen Woche für eine spürbare Verbesserung der Startbedingungen gesorgt.

Die Börsen starten heute Morgen ruhig. In Chicago und Paris notieren Weizen, Sojabohnen und Raps nahezu unverändert. Lediglich Weizen an der Matif zeigt eine deutliche Schwächetendenz. Der Dezember verliert 1,25 €/t auf 200,25 €/t.

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