Märkte am Mittag

Nässe verzögert die Herbstaussaat


In Norddeutschland sind viel Flächen nicht befahrbar. Auf diesem Acker südlich von Bremen musste die Ernte abgebrochen werden.
Steffen Bach
In Norddeutschland sind viel Flächen nicht befahrbar. Auf diesem Acker südlich von Bremen musste die Ernte abgebrochen werden.

In Norddeutschland sind viel Flächen nicht befahrbar. Darunter leiden die Maisernte und die Herbstaussaat.

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist noch immer kein Ende der Maisernte abzusehen. Auf Marsch- und Moorstandorten können die Felder nur mit Raupenwerken beerntet werden. Zum Teil ist der Boden so wassergesättigt, dass auf Frost gewartet werden muss, um ihn befahren zu können. Die Verzögerung der Maisernte und die starke Nässe beeinträchtigen auch die Herbstaussaat. Viele Landwirte haben bereits Sommersaatgut bestellt, weil sie keine Möglichkeit sehen, den Boden zu bearbeiten und Wintergetreide zu drillen. Sie weichen vor allem auf Sommergerste und Hafer aus, aber auch Saatgut für Sommerweizen und Leguminosen ist gefragt.
Markttendenz

Die Verschiebung im Anbau zu Sommerungen könnte zur Ernte 2018 zu einem größeren Haferangebot führen. Auch die Braugerste-Flächen könnte von den derzeit schwierigen Bedingungen profitieren.


In Ostfriesland wurde bereits der der erste Hafer aus der Ernte 2018 an die Schälmühlen vermarktet. Die Erzeugerpreise liegen ex Ernte frei Landlager bei 150 bis 152,50 €/t. Die einheimische Hafererzeugung könnte im kommenden Jahr deutlich größer ausfallen und der Importbedarf aus Skandinavien entsprechend sinken. In diesem Jahr wurden in Niedersachsen auf 10.000 ha 51.000 t Hafer geerntet. Bundesweit betrug die Anbaufläche 128.000 t und die Menge  586.000 t.

Preis für Futterweizen stabil

Futterweizen wird in Südoldenburg weiter auf einem stabilen Preisniveau gehandelt. Für den November und Dezember besteht noch Badarf der Futtermühlen und auch der Handel sucht Ware um Kontrakte abzudecken. Die Preise liegen unverändert bei 174 bis 175 €/t.

Rote Vorzeichen an der Matif

An der Matif sind die Vorzeichen erneut rot. Der Dezember gibt um 50 Cent auf 160 €/t nach. In Chicago erweist sich das Zwischenhoch vom Ende der vergangenen Woche als Strohfeuer. Heute Morgen verliert der Dezember 5 Cent auf 4,26 US-$/bushel. Sojabohnen geben um 2,25 Cent auf 9,75 US-$/bushel nach, Sojaschrot 20 Cent auf 314,30 US-$/short ton. Matif-Raps kann sich den Vorgaben aus Übersee nicht entziehen und verliert 1,50 € auf 379,25 €/t.

 

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