Märkte am Mittag

Pokern mit Restmengen


Wer hat noch wie viel Ware? Das fragen sich Marktteilnehmer, während das Geschäft auf Sparflamme läuft.

Am Donnerstagmittag bewegen sich die Raps- und Weizenkurse an der Matif seitwärts. Der Frontkontrakt Mai für Weizen liegt bei 164,75 €/t und damit 0,25 €/t im Plus gegenüber dem Vortag. Genauso homöopathisch fällt das Plus beim folgenden September-Future aus, der mit 168,75 €/t bewertet wird. Der Frontmonat Mai bei Raps verliert 0,25 €/t und liegt bei 342,25 €/t. Der Termin August legt im Vergleich zum Vortag 0,25 €/t zu auf 343,25 €/t. In Chicago bewegen sich die Kurse für Weizen, Mais und Sojabohnen mit gemischter Tendenz seitwärts; deutlichere Rückgänge verzeichnet Sojaschrot. Hier dürften eine technische Gegenreaktion auf vorherige Gewinne und die drohenden Strafzölle auf US-Sojabohnen in China als Begründung für das Minus zusammentreffen.

Markttendenz

Die Preise für Getreide und Ölsaaten werden derzeit durch mangelnde Abgabebereitschaft nach unten hin abgestützt. Am Rapsmarkt fehlt jegliche Fantasie für Kursanstiege, und auch bei Weizen ist die Perspektive angesichts der nach wie vor starken Konkurrenz aus Russland im Export bestenfalls durchwachsen.

Am deutschen Kassamarkt steht aus aktuellem Anlass die Abwicklung bestehender Kontrakte vor Neugeschäft im Vordergrund. In Hamburg findet die Getreidehändlerbörse statt – hinzu kommt, dass der Gastgeber, der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG), sein 150-jähriges Bestehen feiert. Da die April-Börse schon in normalen Jahren viele Marktteilnehmer nach Hamburg zieht, dürfte sich der Trend im Geburtstagsjahr verstärken und noch mehr Händler, Makler und Co. vom täglichen Handelsgeschäft ablenken.

Thema am Kassamarkt ist davon einmal abgesehen, wie viel alterntiges Getreide und Raps noch in den Lägern der Landwirte und Händler vorhanden sind. Nach Aussage von Marktteilnehmern im Westen und Süden ist die Nachfrage alterntig quer durch die Produktpalette größer als das Angebot. „Es wird erzählt, es sei nur noch wenig Menge da. Aber ist das Taktik?“, wundert sich ein Makler im Gespräch mit agrarzeitung.de. Vor allem bei Raps könnte die Hoffnung dahinter stecken, dass die Preise noch anziehen – auch wenn angesichts der Absatzmisere für Raps basierten Biodiesel am EU-Markt wenig dafür spricht, dass diese Hoffnung in Erfüllung geht.

Bei Futterweizen berichten Marktteilnehmer an der Rheinschiene von Preisen um 180 €/t franko Holland oder auch Südoldenburg für den Termin April bis Juni. Das entspricht einer Matif-Prämie von 15 €/t für die alte Ernte. Gemessen daran ist der Spread zur neuen Ernte zu gering, um nennenswerte Abgabebereitschaft zu generieren.

 

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