Märkte am Mittag

Spannung um Gerste steigt


Heute müssen die internationalen Händler ihre Gebote für einen saudi-arabischen Gerstentender abgeben. Die Mischfutterindustrie im Nordwesten beobachtet das Geschäft aufmerksam.

Der Getreidehandel in Nordwestdeutschland verabschiedet sich freundlich gestimmt in das Wochenende. Auch an der Matif sind die Vorzeichen grün. Der Mai legt bis zum Mittag um 75 Cent auf 189,75 €/t zu. Dass der Frontmonat in dieser Woche trotz des festeren Euros permanent den Widerstand bei 190 € attackiert, werten Händler als positives Zeichen.

Markttendenz
Mit einer freundlichen Grundstimmung verabschiedet sich der Getreidemarkt in die kommende Woche. Die aktuelle Bestandsentwicklung stärkt in Niedersachsen die Hoffnung auf eine gute Ernte.

Auf dem Kassamarkt in Niedersachsen lassen sich etwas höhere Preise durchsetzen. Der Großhandel suchte Brotweizen für Deckungskäufe zu den niedersächsischen Mühlen und auch das fob-Geschäft am Mittellandkanal bringt eine stetige Nachfrage. Die Kurse in Südoldenburg bewegen sich bei Futterweizen weiter knapp über 200 €/t, Futtergerste wird mit 189 €/t gehandelt.

Auf dem Gerstenmarkt ist der Tender für Saudi-Arabien derzeit das wichtigste Gesprächsthema. Der staatliche Händler Sago hat am Donnerstag 720.000 t ausgeschrieben. Die Gebote müssen bis heute abgegeben werden. Mit einem Ergebnis wird Anfang der kommenden Woche gerechnet. Die Herkunft der Ware und die Preise werden auch einen Einfluss auf den deutschen Markt haben. Sollten größere Mengen zu hohen Preisen aus der EU heraus verkauft werden, würde das preisstützend wirken. Niedrige Preise für die Exportgerste oder eine schwache Beteiligung der EU-Länder könnten aber auch den gegenteiligen Effekt auslösen. Die meisten Einkäufer wollen abwarten und dann die weitere Strategie festlegen.

Auf den Feldern in Niedersachsen präsentieren sich die Bestände in einem guten Zustand. Nachdem es zuletzt geregnet hatte, soll es in den kommenden beiden Wochen trocken bleiben, sodass gute Bedingungen für Düngung und Pflanzenschutz bestehen. Weil die Böden deutlich trockener aus dem Winter kommen als in den vergangenen Jahren, könnten längere Perioden ohne Regen aber auch schnell zu Problemen führen.

 

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