Märkte am Mittag

Verarbeiter müssen bald wieder antreten


Das Minus an der Matif lässt den physischen Markt weitestgehend kalt. Käufer sind allenfalls auf Sicht gut versorgt.

Am Dienstagmittag geben die Weizenkurse an der Matif deutlich nach. Der Fronttermin September 2018 verliert 3 €/t auf 206 €/t. Der Folgende Dezember-Kontrakt geht um 3,25 €/t zurück auf 208,50 €/t und der Termin März 2019 verliert ebenfalls 3,25 €/t auf 210 €/t. Etwas robuster zeigen sich die Rapsnotierungen an der Pariser Börse. Der Frontkontrakt November verliert 1,25 €/t auf 383 €/t. Der folgende Februar-Termin gibt 0,75 €/t nach auf 381,50 €/t. In Chicago schreiben Weizen, Mais, Sojabohnen und Sojaschrot rote Zahlen, während das Sojaöl freundlich tendiert.

Markttendenz

Die Preise am physischen Markt werden bis in den Herbst hinein fest bleiben, wenn auch nicht auf gleichbleibend hohem Niveau. So schätzen Händler die Lage ein. Die Bewegungen an den Börsen halten sie für schwer einschätzbar.

Am Kassamarkt haben Teilnehmer keine eindeutige Erklärung für die Kursrückgänge an der Matif. Den Russland-Effekt, also die Frage, ob die russische Regierung die Weizenexporte beschränken wird oder nicht, halten sie für den Moment für eingepreist.

Mehlkunden zeigen sich bei fallender Matif gesprächsbereit

Der physische Markt vollzieht die Abwärtsbewegungen der Börsen ohnehin nicht eins zu eins nach, heißt es von Händlern und Maklern übereinstimmend. Denn die Ernte ist und bleibt klein, und die Käufer brauchen Ware. Die Deckung von Mühlen, Mischern und Stärkeindustrie halten Beobachter allenfalls vorne für gut. Ab September/Oktober müssen die ersten Verarbeiter schon wieder antreten, schätzt ein Großhändler die Lage ein.

Als vergleichsweise ordentlich gedeckt gelten die Mischer, die sich bei Importen im Juli recht gut bedient haben sollen. Die Mühlenwirtschaft leidet weiterhin unter der Situation, dass die Mehlkunden sich angesichts des derzeit hohen Preisniveaus zurückhalten. Jetzt, bei fallender Matif, zeigten sich die Mehlkunden zwar gesprächsbereiter, heißt es weiter, würden sich aber zurückziehen, weil das Preisniveau im physischen Markt fest bleibt.  

Futterweizen, Südoldenburg, Termin 9-12, bewerten Verarbeiter mit 222 bis 224 €/t. B-Weizen franko Hamburg, Basis September, hat eine Prämie von 4 €/t über dem Matif-Dezember-Kontrakt.

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