Märkte am Mittag

Wassermangel in Ostdeutschland


Wassermangel ist derzeit die größte Sorge der Landwirte. International befinden sich die Weizenkurse weiter im Sinkflug. Der Kursrutsch an den Börsen hat nun auch den Kassamarkt erreicht.

Die Bestände sind in einem guten Zustand aus dem Winter gekommen. Größere Auswinterungsschäden werden nicht mehr erwartet. Jedoch braucht es dringend Regen, damit das Wachstum einsetzen kann. „Uns fehlt das Wasser von einem ganzen Jahr“, sagt ein Landwirt in Sachsen-Anhalt. In Sachsen ist die Situation entspannter. Die Bestände präsentieren sich in sattem Grün und glatt gestrichen. Die Getreidefelder wurden aufgrund der hohen Nmin-Werte sehr verhalten angedüngt.

Ein Großteil der Ernte 2018 ist jetzt verkauft. Abschlüsse für die neue Ernte finden vereinzelt statt. Der Vertragsanbau ist hingegen schon fortgeschritten. So schließt die Dresdener Mühle vorwiegend Verträge ab, um die jährliche Vermahlung von rund 200.000 t Getreide sicherzustellen. Dahinter stehen 150 Landwirte, die in sieben Erzeugergemeinschaften zusammegeschlossen sind.

Freundliche Stimmung vor Veröffentlichung des WASDE-Reports

Der Kursrutsch an den Börsen hat nun auch den Kassamarkt erfasst. Der Handel findet auf geringem Niveau statt. Wer jetzt noch Gerste und Weizen im Lager hat, verkauft derzeit nichts, war auf der Frühjahrstagung der Saalemühle in Schackenthal zu erfahren. Die neue Gerste 2019 wird mit 148 bis 150 €/t bewertet. Allerdings dürfte auch der heutige Wasde-Report keine Kehrtwende an den Börsen bringen.
Die Abwärtsspirale der vergangenen Tage wurde heute morgen durchbrochen. Der neue Frontmonat Mai an der Euronext in Paris kann leicht um 0,75 auf 188,25 €/t zulegen. Die Vorbörse in Chicago ist ebenfalls endlich mal wieder freundlich gestimmt. Der Maikontrakt für Weizen macht mit einem Plus von 3 Cent vor der Bekanntgabe im Wasde mit 4,41 US-$/bushel (umgerechnet 144,50 €/t) etwas Boden gut, ist aber noch weit von den Höchstständen Anfang Februar entfernt.

Hohe Nährstoffkonzentration

Der Wassermangel in Ostdeutschland dürfte sich auch auf die Düngeplanung auswirken. Ab 2020 gilt eine neue, in roten Gebieten verschärfte, Düngeverordnung in Deutschland. Die Vorschriften fallen auf Drängen der EU-Kommission weitaus strenger aus. Betroffen von einem geplanten Verbot der N-Überschüsse sind auch Ackerbauer in den Bördelagen, die kaum Tierhaltung haben und sehr geringe Nährstoffsalden aufweisen, aber dennoch teilweise in roten Gebieten liegen. Die tiefgründigen Schwarzerden sind naturbedingt nährstoffreich. Bedingt durch die Niederschlagsarmut und die deswegen geringe Grundwasserbildung ist das wenige ins Grundwasser gelangende Wasser hoch nährstoffbeladen, ob Landwirte nun düngen oder nicht. Landwirt Carl-Albrecht Bartmer fordert das BMEL auf, regionale Anpassungen vorzunehmen.

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